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Menorah · 1928-09-01 · Heft 9 (September 1928) · p. Seite 495

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 9 (September 1928)
Article
Wenn die Juden verstünden Politik zu machen
Date
1928-09-01
Page
Seite 495 (sequence 2)
Language
German
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WENN DIE JUDEN VERSTÜNDEN, POLITIK ZU MACHEN 495 Botschafters, für die Entente eintrat, Österreich-Ungarn jedoch gerne dem drohenden Schicksal des Besiegten entzogen hätte. Aus dem Berichte leuchtete bei aller Unparteilichkeit die Sympathie für England. Da stellte ich den Diplomaten ganz unvermittelt vor folgende Frage: „Wie kommt es, daß Sie einen englischen Sieg ersehnen» wissen Sie denn nicht, daß nach einer deutschen Niederlage die Vereinigten Staaten mit dem überstark gewordenen englischen Imperium den Kampf um die Weltherrschaft werden aufnehmen müssen?" Der erfahrene Diplomat stutzte, siah mich scharf an und erwiderte: „Ihre Argumentation hat einen großen Fehler; Sie machen Politik für ein halbes Jahrhundert und wir für zwei bis drei Jahre." Ich will hier übergehen, was Grant-Smilh Deutschland von amerikanischem Standpunkte aus vorzuwerfen hatte. Vieles ist überholt und man hat begonnen, sich mit der deutschen Republik zu verständigen, und zwar weil meine Vorhersage einzutreffen beginnt. Der Kampf um die Herrschaft jener Gebiete, in denen die Zukunft der Menschheit zur Entscheidung kommen wird, hat bereits begonnen. England und Amerika rüsten schwimmende Festungen zum Schutze ihrer Gebiete, die von den Weltmeeren umspült sind, und sie schieben ihre Grenzen vor, bespickt mit weittragenderen Geschützen. Das kann man auch als drohende Geste bezeichnen, die den Kampf vermeiden soll. Und sicherlich, Amerika will den Frieden, aber einen, der England dort festhält, wo es zurzeit angelangt ist. Die Vereinigten Staaten hatten eine Vereinbarung über die Seerüstungen vorgeschlagen, die den Umfang aller Kriegsfahrzeuge jeder Macht nach dem Maßstabe ihrer kriegerischen Bedeutung festlegen sollte. England ist einverstanden, es will aber auch die Stärke und Kampffähigkeit der einzelnen Kriegsfahrzeuge beschränken. Und dem weichen die U. S. aus, denn sie wollen als materiell stärkste Macht jede sich bietende Möglichkeit größerer Schiffe und weittragenderer Geschütze ausnützen, wreil ein übermächtiges Schiff mit Geschützen ungewöhnlicher Fernwirkung imstande ist, eine ganze feindliche Flotte niederzuhalten. Man täusche sich nicht durch Mr. K e 11 o g g s Kriegsächtungspakt. Mich hat noch nie ein diplomatischer Vorstoß derart erschüttert, wie dieser Ausdruck der Friedenssehnsucht. Denn zu gleicher Zeit erschien in New York die Schrift eines amerikanischen Journalisten, Mr. Denny, ,,We fight for oil", wir kämpfen ums Petroleum. Mr. Denny ist als Vertreter einer der größten Zeitungsvereinigungen von Amerika dem state department in Washington zugeteilt. In dieser Schrift, deren erste Auflage sofort vergriffen

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