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Menorah · 1928-09-01 · Heft 9 (September 1928) · p. Seite 489

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 9 (September 1928)
Article
Also ein Jubiläum
Date
1928-09-01
Page
Seite 489 (sequence 3)
Language
German
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ALSO EIN JUBILÄUM 489 schrank im Salon, wie der große ovale Tisch mit dem Knollenfuß und den eingelegten metallenen Fäden, die kälter und blanker sind als das Holz. Zwei können in einer solchen grünen Stachelkugel sein und drei. Aber der Kenner wird jene zum Spiel bevorzugen, die ganz groß und rund sind und allein in der Wiege gelegen haben. Und wenn die es erst gibt, die Kastanien, sind die Abende früher schon ganz blau und bleiben merkwürdig lange licht und sind dabei doch schon so leicht in Nebel getaucht. Und während wir erst der Sonne gute Nacht sagen mußten, sagt sie uns nun zuerst gute Nacht. Und wenn die Lampe oder die Kerze auf dem Tisch steht in dem langen Zimmer, so sieht doch noch durch das breite Fenster sehr deutlich das Laubwerk der Bäume herein. Heute aber war es feierlicher als sonst. Und zum Abend stand mehr auf dem Tisch als sonst zum Mittagessen. Hatte es das heute überhaupt in vollem Ausmaße gegeben? (!) ... Und ich, der sonst schon früher nach oben in den Mezzanin gebracht wurde — denn da schlief ich — war noch einmal angezogen worden, meinen Matrosenanzug mit den goldenen Knöpfen; einen breiten Klappkragen hatte ich umbekommen, und ein besonders schönes blaues Lavalliere mit weißen Tupfen war mir zur flatternden Schleife umgebunden worden; mit der Drohung, daß ich eins auf die Finger bekäme, wenn ich den Knoten wieder aufmachte. Ja, es war sogar von einem Herbstmantel gesprochen worden, Pfeffer und Salz, mehr Pfeffer als Salz (in Wahrheit sah er eigentlich wie Kurellasches Brustpulver aus), der neu wäre und für mich sowie für meinen Vater eine Überraschung bilden sollte. Man hatte mir zwar die Augen zugehalten, als man ihn anprobierte; er war als Filiale aus dem alten meines größeren Bruders gefertigt von der kunstfreudigen Hand der weißhaarigen Madame Adam, die ihren Stolz darin sah, aus einer abgetragenen Weste meines Vaters immer noch ein paar Spielhosen für mich herauszuschneidern; aber ich hatte ihn trotzdem bei der Anprobe gesehen. Es war ein richtiger Mantel wir für einen Herrn mit zwei großen, aufgesetzten Seitentaschen. Und den sollte ich eben heute abend zum erstenmal anziehen. Was da eigentlich war, gerade heute, und so spät noch, wußte ich nicht recht. Aber es gingen große Dinge vor, denn auch der Zylinder meines Vaters war vom Aufhügeln gekommen. Und als wrir nun bei Tisch saßen, alle miteinander, und das waren mit dem Fräulein Seifert acht, da sagte mein Vater zu mir, das heißt, er sagte es zu den anderen, verkündete es ihnen, ohne mich dabei auch nur anzusehen oder zu beachten, als unabweisbaren Beschluß:

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