Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 8 (August 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 473 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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VOM NIL ZUM JORDAN 473 und verkaufen Keks an Engländer: Gefahr, „daß der Jischuw, Gott behüte, sich in eine Gesellschaft von Hotel- und Restaurationskellnern für Touristen verwandeln würde: Wir wollen keine zweite Schweiz schallen". Bei den „oberen Zehntausend*6 wurden die deutschen und französischen Bücher, die von der Türkenzeit herrührten, beiseite gelegt und man lernte „all right" sagen und „How do you do?" Wieder eine Gefahr: englische Assimilation! Sie waren allzu puritanisch, aber das schadete für den Anfang nicht. Das beeinträchtigte auch die allgemeine Atmosphäre nicht, das Warten auf den Bräutigam. Ich atmete ihre Luft nur von Zeit zu Zeit, anläßlich flüchtiger, durchlaufender Besuche zwischen Ägypten, Hauptquartier und Bataillon, aber in meinem ganzen Leben habe ich nicht so viel reine, hohe, kindliche Freude in mich eingesogen. .. . Im Oktober, als wir vom anderen Ufer des Jordan kamen, nach dem Sieg der Alliierten auf allen Fronten, war die Stimmung bereits eine ganz andere. .. ie eigentliche militärische Geschichte unserer Bataillone zerfällt in drei Teile: die Sommermonate an der Front von Sichern, die große Offensive im Jordantale und der Waffenstillstand. Die erste Periode war verhältnismäßig ruhig. Nach den schweren Kämpfen des letzten Winters (1917/18), die den Süden von den Türken befreiten, entschlossen sich beide Teile, die Waffen ruhen zu lassen. Vornehmlich waren es die Türken, die sich jeder Initiative enthielten. Wenn in jenen Monaten von kleinen Zusammenstößen berichtet wurde, so waren das immer nur englische lokale Überfälle, aber auch diese ereigneten sich sehr selten. Viele meiner Leser haben gewiß selbst den Krieg mitgemacht, aber nicht alle dürften die Kriegführung in Gebirgsgegenden kennen. Unsere Front lag auf halbem Wege und in gerader Linie zwischen Jerusalem und Sichern. Wenn man im Automobil von Jerusalem nach Sichern fährt, gelangt man vorerst zu einem Dorfe namens ,,E1-Bire", das ist das alte Beeroth Binjamin, (Samuel II, 4, 3 usw.) dann nach „Ajn Sinia", das in Chronika II, 13, 19. Jeschanah genannt wird. Links liegt ein schmales Tal, von den Arabern „Wadi-ed-Dschib" XL In der Front — Stellungskrieg im Gebirge Juda als Soldaten Die „Schneider"