Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 8 (August 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 469 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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VOM NIL ZUM JORDAN 469 halten, den Gegner zu betrügen: wenn nicht im Leben, so will doch jeder im Spiele ein Gentleman sein. Und erinnert euch, als Kinder pflegtet ihr manchmal mit anderen Kindern ,Nasenstüber' zu spielen — wer verliert, kriegt einen Nasenstüber. Würde jemand versuchen, euch außerhalb des Spieles einen Nasenstüber zu geben, ihr würdet ihn sicher windelweich prügeln, aber im Spiel nahmt ihr den Nasenstüber hin und lachtet. Das ist die Weltanschauung des Engländers: alles ist Spiel, vornehmlich ein Krieg. Der Sergeant schimpft? Es ist ja bloß ein Nasenstüber im Spiel. -— Seid nicht ungehalten. Der Schützengraben ist schmutzig? Es ist ja bloß eine schlechte Karte im Spiel — hab' Geduld. Kommt eine Kugel, eine Granate? Das gehört mit zum Spiel! Im allgemeinen bin ich kein Anhänger ihrer Philosophie, aber im Krieg ist sie die beste. Spielt euer Spiel wie ehrliche Spieler und haltet durch .. ." Vor der Abreise sah ich Dr. Weizmann. Er wTar halb begeistert, halb mürrisch. „Sie haben das Land vollständig ausgefegt,4' sagte er zu James Rothschild, „wo jetzt Arbeiter, Lehrer, Beamte hernehmen?" Aber hernach, als die Freiwilligen in ihre Ausbildungslager abreisen mußten, übergab er ihnen bei einer großen Parade eine jüdische Fahne und sprach, tief gerührt, schöne und rührende Worte: er dankte ihnen im Namen des jüdischen Volkes für die ungeheure Manifestation, die mit dazu beitragen wird, das jüdische Recht auf Palästina zu befestigen, und wünschte ihnen Glück und Sieg. Das aber habe ich nicht mehr persönlich sehen und hören können, sondern las es im Schützengraben in einem Brief. Jjjinem Teil der Hitnadwut-Bewegung blieb diese Feier versagt: den Mädchen. An Amazonen" konnte natürlich unmöglich gedacht werden und in der Tat hatten sie dieses Projekt selbst nicht ernst genommen. Aber sie hofften immerhin, daß ein „Roter Magen David" geschaffen werden würde. Das erfüllte sich auch, obzwar erst viel spater und in einem ganz kleinen Maßstabe. Eine kleine Gruppe nur wurde zum Militärspitalsdienst zugelassen, aber sie wurde offiziell als „Jüdisches Rotes Kreuz" anerkannt, als besonderes Corps im Rahmen der Legion. Ihr offizieller Name und ihre Distinktion >var der „Rote Zionsstcrn". Sic dienten alle zusammen im Militärspital bei Belah, an der Grenze Palästinas und Ägyptens, unweit eines großen Lagers, wo zur Zeit des Waffenstillstandes fast ständig eines der drei jüdischen Bataillone lag.