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Menorah · 1928-08-01 · Heft 8 (August 1928) · p. Seite 468

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 8 (August 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-08-01
Page
Seite 468 (sequence 4)
Language
German
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468 M E N O R A II meine Freunde aus der Versammlung in Rechoboth wieder ■— aber mit einem neuen Gesichtsausdruck: durchgesetzt! Smilansky, Hos, Golomb, Berl Katzenelson mit seinen Poale Zion, Jawneeli mit seinen Jemeniten, Swerdlow mit seinen ketzerischen Hapoel Hazair-Leuten; den jungen Beilis, den Sohn von Mendel Beilis; den jungen Usiel, den Sohn des Jaffaer sephardischen Rabbiners, mit einer schönen Sephardim- Gruppe.. . und unter ihnen — die „Rekrutierungsabteilung": noch ältere Freunde, die bittere Jahre der Einsamkeit und Enttäuschung durchgemacht hatten: Arschawsky — ein Korporal, Harry First — - ein Soldat; und die ältesten, die ersten von allen, die Leute von Gabbari und vom Zion-Mule-Corps: Sergeant Nissel Rosenberg, die Proselyten, die grusinischen „Schwilis" ... Und rings auf allen Galerien der „Töchterschule" eine Menschenmenge aus JafTa, Tel-Aviv, den Kolonien, Männer, Frauen und Kinder mit ihren besten ärmlichen Gewändern bekleidet, Mädchen mit Blumen im Haar, viele mit zionistischen Fahnen; englische Soldaten, italienische Offiziere (aus einem „Detachement", das in Tel-Aviv lagerte), arabische Zuschauer, nicht minder begeistert als die unseren. Diesen Freiwilligen hielt ich eine Moralpredigt, die vielleicht nicht ganz überflüssig war: ,,Kameraden, daß ihr tapfer sein sollt, erübrigt sich zu sagen. Das braucht ihr nicht zu lernen. Aber nicht die Lebensgefahr ist das Schwerste, was ein Soldat ertragen muß. Viel schwieriger sind zwei andere Unannehmlichkeiten des Soldatenlebens: Langeweile ■— und Grobheit. Die Gefahr erblickt man einmal im Monat, aber zwischen zwei Angriffen muß man viele Wochen im Schützengraben verbringen, das Einerlei des täglichen Dienstes wiederholen, das einem schon zum Hals herauswächst, und währenddessen wird euch der Sergeant, sogar euer eigener, mit den Beinamen ,bloody fools' (Mordstrottel) oder mit analogen hebräischen Titeln belegen. Auch das müßt ihr ertragen können. Nicht der ist der beste Soldat, der besser schießen kann: der beste Soldat ist der, der mehr ertragen kann ... Und wenn der englische Unteroffizier schimpft, dann glaubt nicht, daß er grob ist. Die Engländer sind jetzt unsere Partner und die Seele eines Partners muß man verstehen. Der Schlüssel zu seinem Inneren ist ,play the game'. (Die Spielregeln einhalten.) Für ihn ist das Leben ein Spiel. Für uns nicht, aber vielleicht ist seine Philosophie auch gescheit, denn im Spiel ist jeder Durchschnittsmensch ehrlicher und geduldiger als im Leben. Ein Kaufmann wird manchesmal einen Kunden übers Ohr hauen, aber wenn er Sechsundsechzig' spielt, wird er es für eine Schande

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