Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 8 (August 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 467 (sequence 3)
- Language
- German
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VOM NIL ZUM JORDAN 467 Feld mar schall Lord AUenby unbekannt blieb. Nach der Versammlung bat er mich zu sich. „Was ist das?" „Jüdische Freiwillige. General Clayton gab mir eine Botschaft für sie.'4 „Merkwürdige Menschen," entgegnete er, „drängen sich mit heilen Gliedern in die Armee, wo niemand sie dazu zwingt! Wer hat je so etwas gehört — im vierten Kriegsjahr? Und dazu noch in solcher Menge: ich sah sie marschieren — endlos. Wieviel sind es?Zweitausend? Dreitausend?" „Hm. . ." entgegnete ich /vorsichtig6, „ich habe sie nicht gezählt, aber sie sind eine ganze Menge." „Prächtige junge Leute," bemerkte er, „und sie können auch marschieren. Ich muß einen Bericht schicken." Also „kamen" sie dennoch ins Hauptquartier, wenn auch auch nur auf dem Papier. 'Von der Hitnadwut selbst — deren Gegner sogar zugeben, daß der Jischuw eine solche Begeisterung weder früher noch später erlebt hatte — habe ich leider sehr wenig gesehen. Anfangs Juni war mein Bataillon bereits an der Front, im Gebirge Ephraim in der Mille des Weges von Jerusalem nach Sichern. Ich wurde nur für zwei, drei Tage nach Jerusalem delegiert, um einige — ganz überflüssige — Beelen zu halten, und dort sah ich einen geringen Teil dieses unvergeßlichen Schauspiels. Es kamen alte und junge Mütter zu mir, sephardische und askenasische, um darüber Klage zu führen, die Ärztekommission habe ihren Söhnen „Schande angetan" — sie habe sie nicht in die Legion a u fg enomm ei 1. „Wir können uns vor Schande nicht auf der Gasse zeigen", beteuerten sie. Ein grauhaariger Jude, der wie ein Großvater aussah, kam und protestierte, weil der Arzt sich nicht betrügen ließ: er sagte, er sei 40 Jahre alt — der Arzt sei aber ein „Antisemit" . . . Ganz zu schweigen von den Sechzehnjährigen. Aber ich hörte, daß das alles keinen Vergleich aushielt mit der Begeisterung, die in jenen Tagen in Jaffa und unter den Arbeitern in den Kolonien ausgebrochen war. Major Bothschild, der Leiter der Bekrutierungskampagne, hieß mich vor meiner Bückkehr zum Bataillon JafTa besuchen. Dort sah ich