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Menorah · 1928-08-01 · Heft 8 (August 1928) · p. Seite 427

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 8 (August 1928)
Article
Renaissancemenschen und Juden
Date
1928-08-01
Page
Seite 427 (sequence 5)
Language
German
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RENAISSANCEMENSCHEN UND JUDEN 427 einer Korrektorstelle in Venedig verhalf. Er soll eine deutsche Bibelübersetzung in Angriff genommen haben, über deren Ausführung und Verbreitung Genaueres nicht bekannt ist. Den christlichen Kabbalisten leistete er durch seinen Meturgeman, ein aramäisches Lexikon, nicht unwesentliche Dienste. Die jüdische Wissenschaft bereicherte er durch die in seiner Schrift Massoreth hamassoreth erwiesene Erkenntnis, daß die hebräischen Vokal- und Tonzeichen nachmosaischen und sogar nachtalmudischen Ursprungs sind. Es war kein mittelmäßiger Lehrer, der Pico im Hebräischen unterwies: Elia del Medigo. Freilich an Genialität und berückendem Gedankenreichtum reicht del Medigo an seinen großen Schüler nicht heran. Immerhin ist er dem Pico an kritischem Sinn überlegen. So betrachtet er die Entstehung der Kabbala mit nüchternen Augen. Sie ist ihm keine göttliche Offenbarung, sondern ein organisches Produkt der neuplatonischen Gnostik, Nun gar durch kabbalistische Formeln auf die höhere Welt einwirken zu wollen, hält er für widersinnige Vermessenheit, überhaupt ist er seiner ganzen Grundrichtung nach jeder mystischen Gefühlsseligkeit feind. Wie ein Rationalist des 18. Jahrhunderts sucht er die Legenden des Talmuds ihres wunderbaren Inhalts zu entkleiden und die Grundlehren des Judentums in ihrer Übereinstimmung mit der Vernunft nachzuweisen. Wie nachmals Mendelssohn, preist er am Judentum, dessen Religionsphilosophie er in seinem Bechinat hadat (Prüfung der Religion) behandelt, die Dogmenlosigkeit. Hier, in der jüdischen Lehre, ist ihm das letzte Ziel nicht der Glaube, sondern die fromme Tat, wie ja auch neuerdings Hermann Cohen das Ethische zum Wesen des Judentums machte. Del Medigo scheint seinem Schüler auch als Lehrer der Philosophie Förderung und Anregung gewährt zu haben. Vielleicht dankt er dem Pico de la Mirandola

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