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Menorah · 1928-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1928) · p. Seite 413

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-06-01
Page
Seite 413 (sequence 9)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 413 Schöpfer und Führer war Mosche Smilansky, ein Mann von über vierzig Jahren, ein bekannter hebräischer Belletrist (Pseudonym: Chawadscha Mussa) und einer der angesehensten Kolonisten von Rechoboth. Man schickte sofort um ihn und er erschien mit einer Gruppe von Arbeitern aus Rechoboth: alle „Freiwillige". Auch in Jaffa und Tel-Aviv bestanden beinahe alle Freiwilligen aus Arbeitern oder solchen ehemaligen Gymnasiasten, die die Absicht hatten, in die Arbeiterbewegung einzutreten. Berl Katzenelson, der nunmehrige Redakteur des „Dawar64; Jawneeli, der etwra zehn Jahre vorher die ersten Jemeniten nach Palästina gebracht hatte; Dow Hos, Eiijahu Golomb und viele andere, die heute wichtige Posten in der „Achduth Haawodah" (damals hieß die Partei noch „Poale Zion") bekleiden, waren die Führer der Hitnadwut. Nur der „Hapoel Hazair" verhielt sich kühl zu dieser Bewegung; aber auch in seinen Reihen gab es eine Spaltung — einer seiner Führer, Swerdlow, und eine Anzahl Genossen ließen sich auch in die Freiwilligenliste eintragen. „Eintragen", das hieß bei sich selbst, da die Regierung sie noch nicht aufnehmen wollte. Schon im Jänner hatten sie eine Petition mit einigen hundert Unterschriften überreicht, aber sie erhielten keine Antwort. Sie waren jedoch sicher, daß man nunmehr, nach der Ankunft unserer Legion, auch ihre Forderung erfüllen werde. „Wieviel seid ihr?" „Etwa fünfzehnhundert, ein Drittel davon sind Mädchen, die in einem „Roten Zionsstern" dienen wollen, wiewohl sich manche der Hoffnung hingeben, daß die Engländer gestatten werden, eine Amazon enlegion aufzustellen ..." Im großen Hof der Mädchenschule wurde von den JafTaer Freiwilligen eine Parade improvisiert. Dow Hos, ein ehemaliger türkischer Offizier, war ihr „Instruktor". Ein Blick genügte, sich zu überzeugen, was für ausgezeichnetes Material das war, schlank, geschickt, mit ungeduldigen Blicken, obwohl ihre Wangen ausgedörrt waren von den langen Jahren türkischen Hungerns. Das war die Botschaft, die ich dem Colonel bringen konnte. Sein Bericht aber war viel trauriger. General Allenby zeigte sich sehr kalt, sowohl in bezug auf die Londoner Legion als auch auf die einheimischen Freiwilligen. Von Kitebener hatte er eine starke Abneigung gegen „Fancy-Bataillone" geerbt. Genau weiß ich bis heute nicht, was er über die jüdischen Soldaten gesagt hatte — Patterson genierte sich wahrscheinlich, es vor einem Juden zu wiederholen und auch in seinem Buche fehlen Einzelheiten darüber. Aber eines hob er hervor: nicht so sehr Allenby selbst war der Hauptgegner als vielmehr sein Generalstabschef, ein gewisser

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