Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1928)
- Article
- Die jüdische Volkskunde auf der "Pressa"
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 357 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE JÜDISCHE VOLKSKUNDE AUF DER „PRESSA" 357 Wassers, des Kalbes und des Schächters, die alle dem Teufel gehorchen, der zuletzt auf der Bildfläche erscheint. Von Einblatt- und Gelegenheitsdrucken kommen in Betracht: Kindbettzettel, einer, nach der Figur auf der männlichen Seite zu schließen, aus dem 17. Jahrhundert, während die Seite für ein neugeborenes Mädchen eine nackte Frauengestalt aufweist; Mise h enichnass Adar (zur Begrüßung dieses Freudenmonates an die Wand geklebt); Verlobungsanzeigen; Trauungseinladungen; Ketubba (Trauungsurkunde)-Formulare; Toaste in hebräischen Versen (Italien); Festprogramme; Theaterzettel; Geschäftsempfehlungen; Aufrufe von Vereinen. Der Rose Ivhaschan-a- Glück wünsch erscheint in verschiedenen scherzhaften Einkleidungen, so als Gerichtsvorladung: Hierdurch werden Sie verständigt, daß auf Anordnung des Melech malche ha-m'-lochim am 1. und 2. Tischri gegen Sie und Ihre Hausgenossen die Hauptverhandlung stattfindet und habe ich zu Ihrer Verteidigung die Melochim Gabriel und Michael bestellt. .." Eine andere Gratulation stellt eine Faktura dar, unterfertigt von „Massel B'rocho und Parnosso" als Kommissionären des Hauses der göttlichen Vorsehung. „Belieben auf allen Ihren Lebenswegen zu empfangen: 36.500 sorgenlose Tage, 108 Liter Gesundheit" usw. „Als Aufgabe erhalten: 1 feschen Buben, 1 reichen Bräutigam" usw. Eine dritte Form ist ein Rundreiseheft: „Zusammengestellte Jahres-Rundreise der irdisch-himmlischen Lebensbahn Nr. 1. Ausgabestelle: Kol adass Jisroel. Preis: Tauroh Awaudoh ugmillath chassodim, gültig für die Strecke von Rausch haschonoh bis Jaumkippur via j'me S'Üchauth" usw. Oder es werden Karten mit entsprechenden Melodien gesandt, so vorn verewigten Oberkantor Ed. Birnbaum, Königsberg, aus dem Marsche der jüdischen Nationalgarde in Warschau. Eine eigenartige Dinerkarte stellt dar das Heft: „Jahresessen des Leipziger Bibtiophilen-Abends, 23. Mai 1908" (Speisenfolge: Kraftbrühe ä la Monaco usw. mitten unter talmudischen Weisheitslehren, die besonders die Hygiene des Essens und Trinkens behandeln). Die amerikanischen Wohlfahrtsvereine reichen als Tanzspende oder Festordnung bei ihren Veranstaltungen ganze Bücher. Gasthaus- und andere Reklame, in der sich mitunter ein gesunder Humor tummelt, fällt in eine Rubrik mit den großen Plakaten der „Ose" und anderer gemeinnütziger Unternehmungen. Unter den Dekreten erwähnt eines aus der Zeit Josefs IL, das Anweisungen für die Zollbehörden enthält, unter anderem die „Juden-