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Menorah · 1928-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1928) · p. Seite 354

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1928)
Article
Eilnachrichtendienst im alten Judäa
Date
1928-06-01
Page
Seite 354 (sequence 2)
Language
German
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354 MENORAH Stelle, schwenkte hin und her, auf und ab, bis man die ganze G o 1 a vor sich sah wie eine feurige Lohe." Wie schon angedeutet, ist hier die Rede von der Nachricht wegen des neuen (Mond-) Monats, wovon die Festsetzung der in den betreffenden Monat fallenden Feiertage abhängig war. Es konnte sich dabei bekanntlich nur um den Unterschied eines Tages handeln. Da der Mondumlauf annähernd 29^ Tage beträgt, muß die neue Mondsichel entweder schon am 30. oder spätestens am 31. Tage des alten Monats erscheinen. Nur für den ersten Fall, wenn also der 30. Tag des alten Monats zum Neumonds tage geweiht werden sollte, wurden mit Anbruch der kommenden Nacht die Feuer auf den Bergen angezündet. War dieser Neumondstag ein Freilag, so konnte es allerdings erst in der Samstagnacht, also zum 32. Tag des alten Monats geschehen. Unterblieb es, so wußte man, daß der 31. Tag des alten Monats als erster des neuen zu gelten habe. Was uns hier am meisten interessiert, ist der mit Hilfe dieser Feuersignale an einem einzigen Abend, höchstens in einer einzigen Nacht zurückgelegte Weg. Sechs Stationen sind in der Mischnah angegeben. Von der ersten, dem Ölberg bei Jerusalem, bis zur letzten, „Gola", worunter das babylonische Exilland, genauer die babylonische Stadt Pumbadita zu verstehen ist (vgl. Talm. Babl. Rosch haschonoh f. 23b), sind in der Luftlinie (durch die syrisch-arabische Wüste!) ungefähr 900 Kilometer; auf dem nordöstlichen, dann südöstlichen Weg durch bewohntes Land noch ganz erheblich mehr. Dieser letztere Weg ist durch die vier anderen Stationen, die in der Mischnah genannt sind, angedeutet, aber äußerst kärglich und unvollkommen. „Sarteba", das heutige Surtubeh, liegt einige Meilen östlich vom Ölberge. Dann ging es über ,,Agrippinau und den Jordan nordöstlich nach „Hauran", das ist der noch heute gleichgenannte Gebirgsstock Dschebel Hauran, schon jenseits Palästinas und von Jerusalem in der Luftlinie gegen 180 Kilometer entfernt. Das weiter genannte „Bet Baltin" identifiziert der Talmud (a. a. O.) mit „Beiram"; die Bemerkung von Tossafot (ebd.), daß es noch zu Erez Israel gehört habe, ist schwer verständlich*); es muß an der Grenze Babyloniens, aber westlich vom Euphrat gelegen haben (vgl. Grätz, Geschichte der Juden, Bd. 4, S. 272). Von dort aus wurde das Feuerzeichen im jüdischen Babylonien, in erster Reihe in Pumbadita, aufgenommen, und bald erstrahlte da der ganze Umkreis wie ein einziges feuriges Meer, „indem *) Noch schwerer für die andere Talmudatelle, die Beiram erwähnt (Babl. Kidduschin f. 72 a: „Die edlen Geschlechter Pumbadiias heiraten aus Beiram*).

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