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Menorah · 1928-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1928) · p. 353

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1928)
Article
Eilnachrichtendienst im alten Judäa
Date
1928-06-01
Page
353 (sequence 1)
Language
German
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EILNACHRICHTENDIENST IM ALTEN JUDÄA er Begriff „Presse" ist heutzutage unlösbar verbunden mit dem der Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung. Die ungeheuren Fortschritte auf diesem Gebiete, die mit Hilfe des elektrischen Funkens das gesprochene Wort in kaum meßbarer Zeit nach allen Richtungen der Windrose um den ganzen Erdball sich schwingen lassen, stehen in erster Linie im Dienste der Presse, die uns auf diesem Wege, was am Morgen im fernen Erdteil sich ereignet hat, am Mittag gedruckt auf unseren häuslichen Tisch niederzulegen vermag. Daß auch den früheren und frühesten Zeiten daran gelegen war, die Kunde wichtiger Ereignisse so schnell wie möglich zu verbreiten, und daß dazu die jeweils zu Gebote stehenden primitiven Hilfsmittel benützt wurden, ist ebenso bekannt, wie manche dieser schnellen Botschaften, z. B. die vom Sieg bei Marathon überbrachte, geschichtlich berühmt geworden sind. Aber der schnellste Läufer und Reiter gebrauchte doch immerhin Stunden und Tage für verhältnismäßig kurze Entfernungen. So nahm man schon in alten Tagen optische und akustische Signale zu Hilfe, um etwa vor dem herannahenden Feind zu warnen oder Schutz in Not und Gefahr herbeizurufen. Von einem solchen Eilnachrichtendienst im alten Judäa, der aber für religiöse Zwecke eingerichtet war und darum regelmäßig und organisiert vonstatten ging, soll in den folgenden Ausführungen die Rede sein. Mischnah Rosch haschonoh, 2. Kapitel, 2. bis 4. Absatz berichtet: „Ursprünglich zündete man (um der jüdischen Bevölkerung den offiziellen Beginn des neuen Monats so schnell wie möglich mitzuteilen) Feuer an; erst als die Samaritaner böswillig Verwirrung anrichteten, ordnete man an, daß Boten ins Land zogen. — Wie wurden die Feuerzeichen hergestellt? — Man brachte lange Zedernzweige nebst Rohr, Ölbaumholz und Werg von Flachs, umwickelte alles mit einer Schnur, stieg auf die Spitze eines Berges und setzte es dort in Brand. Dann schwenkte man so lange hin und her, auf und ab, bis man die Nachbarn auf der zweiten und dritten Bergesspitze ebenso verfahren sah. — Von wo aus wurden die Feuerzeichen gegeben? Vom Ölberg nach Sarteba, von dort nach Agrippina, von dort nach Hauran, von dort nach Bet Baltin. In Bet Baltin wich man nicht von der

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