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Menorah · 1928-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1928) · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1928)
Article
Die ältesten auf die israelitisch-jüdische Geschichte bezüglichen Inschriften und Papyri der vorchristlichen Zeit
Date
1928-06-01
Page
Seite 346 (sequence 8)
Language
German
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346 MENORAH gehend die Annalen Sargons, gemäß denen 27.290 Männer, die vornehmeren, nach Medien und Mesopotamien verpflanzt wurden. Eine wertvolle Bereicherung der direkten Quellen über die Juden unter der altpersischen Achämenidenherrschaft haben die im Jahre 1906 und 1907 in Ägypten gefundenen aramäisch geschriebenen Papyri geliefert. Im südlichen Ägypten liegt unterhalb des Katarakts die Stadt Assuan und ihr gegenüber die etwa drei Kilometer breite Nilinsel Elephantine, in denen der Perserkönig Kambyses im 6. Jahrhundert, nachdem er Ägypten unterworfen hatte, zum Schutze der Südgrenze des persischen Weltreiches eine vorwiegend aus jüdischen Söldnern bestehende Militärkolonie angesiedelt hatte. Jüdisch-persische Militärkolonisten in Ägypten werden auch in einem griechischen Papyrus erwähnt (vgl. Schubart, Einf. in d. Papyrusurkunde 323 und 329). Die jüngeren Hieroglyphendenkmäler berichten ebenfalls davon. Der ägyptische General Chahape, der im Jahre 203 v. Chr. zu Memphis starb, nennt sich auf seiner Grabinschrift nicht nur „Oberst des Fußvolkes der Meder", sondern auch „Oberwerkmeister des Jude n-Gebietes", das in der Nähe von Memphis lag. Aus den gefundenen aramäischen Papyri erfahren wir, daß die jüdische Gemeinde in Elephantine, in der es viele Grundbesitzer und Kaufleute gab, bereits lange vor Kambyses bestanden hat. So heißt es in der Bittschrift dieser jüdischen Gemeinde an den persischen Statthalter von Judäa, die uns ein Papyrus überliefert: „Schon in den Zeiten der Könige von Ägypten haben unsere Vorfahren diesen Tempel in der Festung Elephantine erbaut, und als Kambyses gegen Ägypten zog, fand er diesen Tempel erbaut vor. Die Tempel der ägyptischen Götter zerstörten sie (die Perser), aber niemand beschädigte irgendwie diesen Tempel." Demgemäß unterschieden die dort gefundenen Papyri zwischen den jüdischen Bürgern, die bereits vor der Ansiedlung der persischen Militärkolonie dort lebten, und den persischen Militärkolonisten. Die jüdischen Söldner führten hier teils die Bezeichnung „Jude", teils „Aramäer". Sie entstammten den ungebildeten jüdischen Volksschichten, die sich wohl aus Not anwerben ließen, zumal da die persische Regierung auf ihre Religionsbräuche Rücksicht nahm. Die zum größten Teil aus Militärkolonisten hervorgegangene jüdische Gemeinde von Assuan und Elephantine hatte geringe Kenntnisse von der offiziellen jüdischen Religion; doch waren alle ihre Angehörigen dem einzigen Gott treu ergeben. Entsprechend einer uralten Sitte gebrauchten sie niemals den vollen Gottesnamen, sondern stets den verkürzten Namen Jahu. Der Tempel, der den Mittelpunkt des religösen Lebens bildete, heißt teils „Versammlungsort" teils „Haus

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