Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1928-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1928) · p. Seite 345

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1928)
Article
Die ältesten auf die israelitisch-jüdische Geschichte bezüglichen Inschriften und Papyri der vorchristlichen Zeit
Date
1928-06-01
Page
Seite 345 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2912821-2912879-2912886-2922160--06698-2922267
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

DIE ÄLTESTEN INSCHRIFTEN UND PAPYRI 345 funden und jetzt in Konstantinopel ist. Die Inschrift, die wohl der Zeit Hiskias (Ende des 8. Jahrhunderts) entstammte, der nach 2. Kön. 20, 20 eine Wasserleitung angelegt hatte, lautet in deutscher Übersetzung: „Die Durchbohrung. Und dieses war der Hergang der Durchbohrung ... die Axt eines jeden gegen die des andern; und als sie noch drei Ellen .. . rief einer dem andern zu, denn es war ein Spalt im Felsen zur rechten Hand. Und am Tage der Durchbohrung hieben die Ausbauenden einer gegen den andern, Axt auf Axt; und es ergoß sich das Wasser von dem Ausgangspunkt in den Teich 1200 Ellen weit, und 100 Ellen war die Höhe des Felsen über den Aushauenden/' Mehrere nicht von Israeliten herrührende semitische Inschriften bringen wertvolle Angaben aus der Geschichte des israelitischen Volkes. So erfahren wir aus dem Salmanassar-Obelisk, daß Salmanassar I. den Ahab, König von Israel, der als Vasall der Aramäer auf seilen der Aramäer gegen ihn in der Schlacht von Karkar (855) gekämpft hatte, später zusammen mit den Aramäern im Jahre 843 tributpflichtig machte. Eine bildliche Darstellung davon bietet uns der jetzt im britischen Museum befindliche, mit Inschriften versehene Salmanassar- Obelisk. Eine andere von Adad-nirari III. herrührende Inschrift belehrt uns, daß das Reich Israel noch im Jahre 805' ein Vasallenstaat Assyriens war. Aus dem 9. Jahrhundert stammt auch die moabitische Inschrift des Königs Mescha, der dem Reiche Israel tributpflichtig gewesen war, aber gleich nach dem Tode Ahabs (855) von Israel abfiel (2. Kön. 1,1; 3, 25 ff.). Auf diesem im Jahre 1868 aufgefundenen und jetzt im Louvre befindlichen Stein, der mit einer dem Hebräisch sehr nah verwandten Sprache beschrieben ist, rühmt sich König Mescha, bereits gegen Ende der Regierung des israelitischen Königs Ahab, mehrere früher von den Israeliten eroberte Städte wieder zurückgewonnen zu haben mit Hilfe seines Gottes Kamosch. Von dem Zusammenbruch des Reiches Israel wissen uns wieder assyrische Inschriften zu berichten. Die Bibel (2. Kön. 15, 30) meldet uns, daß Hosea Ben Ela im Jahre 732 den vorletzten König von Israel, Pekah, ermordet und dann sich selbst auf den Thron gesetzt habe. Diesen Bericht ergänzen die Annalen Tiglatpilesers, worin es heißt: „Pekah, ihren König, töteten sie, den Hosea setzte ich über sie." Hieraus geht hervor, daß Hosea auf Veranlassung des Assyrerkönigs seinen Herrn ermordet hatte. Von der Deportation des israelitischen Stammes nach der Zerstörung Samarias durch die Assyrer berichten uns ein-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.