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Menorah · 1928-05-01 · Heft 5 (Mai 1928) · p. Seite 299

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 5 (Mai 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-05-01
Page
Seite 299 (sequence 9)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 299 fung eines jüdischen Regiments. Man stellte uns drei Zimmer im Rekrutierungsdepartement zur Verfügung. Ich verabschiedete mich von Colonel Pownall, dankte ihm für seine Geduld, seinen Takt und seine Hilfe, und übersiedelte mit dreien unserer Soldaten als Beamten nach London. General Geddes teilte mir mit, daß Colonel Patterson bereits Befehl erhalten habe, sein Dubliner Bataillon einem andern Kommandanten zu übergeben, und daß er in einigen Tagen in London eintreilen werde. Noch bevor er kam, veranstaltete Geddes in seinem Departement eine gemeinsame Beratung mit denjenigen Offizieren, die an der Spitze der verschiedenen Abteilungen standen, um die Methoden unserer Rekrutierungskampagne zu besprechen. Es wurde beschlossen, trotz der Konskription noch eine energische Propaganda einzuleiten, um die jüdischen Massen sowohl auf ihre moralische Pflicht, als auch auf den jüdisch-nationalen Wert der Legion aufmerksam zu machen. Am Schlüsse der Versammlung bemerkte einer der Offiziere: ,,Man muß aber damit rechnen, daß auch eine starke Gegenagitation einsetzen wird. Es ist dieselbe Gruppe von Leuten, die im vorigen Jahr Ihrer ersten Kampagne entgegengewirkt hat, Sergeant. Ich habe lange Berichte erhalten: sie machen sich bereits bemerkbar und streuen alle möglichen falschen Gerüchte aus." Davon wußte ich bereits. Meine Freunde aus Whitechapel haben mir ebenfalls Berichte zukommen lassen. Dieselben Herren, vielleicht in noch größerer Zahl, gehen wieder herum und sagen den jungen Leuten in Whitechapel, mit einer Konskription habe man nicht zu rechnen, die Petersburger Regierung bereue schon, ihre Zustimmung gegeben zu haben, und endlich, daß der „Sowjet der Arbeiterdeputierten" das Kerenski-Kabinett bald zwingen werde, seine Zustimmung zurückzuziehen. Das beste Mittel wäre, wieder Skandale zu veranstalten und den Militärdienst zu verweigern. Aber wenn man schon zum Militär einrücken müsse, dann für keinen Fall zum jüdischen Regiment, da es die reinste ,,Mausefalle" bedeute. Man werde es nicht nach Palästina, sondern in die ärgste, gefährlichste aller Fronten verschicken — nach Flandern. Ein Beweis dafür sei, daß „Lloyd George selbst" sich zu jemandem geäußert habe: „ Mit den Juden werden wir alle Gaslöcher verstopfen", und „Derby selbst" habe dies und ein Dritter etwas anderes gesagt. Aber der Offizier des RekrutierungsdepartemenLs hatte noch weitergehen de Informationen:

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