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Menorah · 1928-05-01 · Heft 5 (Mai 1928) · p. Seite 293

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 5 (Mai 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-05-01
Page
Seite 293 (sequence 3)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 293 „Mag Rußland fallen und mögen die Gegner glauben, daß ihnen das nützen wird: der Riese Simson hat in der Stunde des Todes mehr Feinde erschlagen als bei Lebzeiten. Kerenski ist ein heiliger Mann, aber er ist ein Advokat. Das heißt, er meint, die Welt sei ein Gerichtshof, wo derjenige siegt, der ein besseres Argument hat. Darum also kommt er vom Argumentieren nicht los. Aber seine Gegner verlassen sich nicht auf Argumente: sie sammeln Dynamit." Linter anderen Begegnungen war ein Gespräch mit General Geddes wichtig, dem Direktor des Rekrutierungsdepartements. (Später, nach dem Kriege, war er englischer Botschafter in Washington.) Mit ihm gemeinsam bestimmten wir den Namen, den die Legion führen sollte. Kurz und einfach: ,,Jewish Regiment". Die Uniform — die gewöhnliche englische, nur mit einem kolonialen Hut, wie ihn die Boy Seouls tragen. Die Abzeichen — ,,badge", eine Menorah mit dem hebräischen Wort „Kadimah", was sowohl vorwärts als auch ostwärts bedeutet, und eine blau-weiße Litze auf dem Kragen. Von all dem blieb einen Monat später, dank den Bemühungen der assimilierten Notabein, nichts übrig. Erst im Jahre 1919 bekamen wir einen jüdischen Namen und das Menorah-baclge. „Wer soll Kommandant sein?" fragte er. ,,Haben Sie einen jüdischen Kandidaten?" Eine schwere Frage. In meiner Tasche lag ein Brief Patlcrsons, der damals in Dublin diente: ..Meine ehrliche Meinung ist, daß Sie einen jüdischen Colonel linden müssen. Ich würde glücklich sein, wieder jüdische Soldaten führen zu können, aber sowohl Gerechtigkeit als auch Ihre nationalen Interessen machen es erforderlich, daß diese Ehre einem Juden zuteil werde." Richtig. Aber wo einen Juden finden? In der Gesellschaft der Assiinilanten um den Major Lionel Rothschild würde man wahrscheinlich jemanden ausfindig machen können, aber in welchem Sinne sind sie ,, Juden"? „Jude" ist doch Ehrentitel, nicht ein Zu lall der Geburt. In dem ganzen Offizierskreis, den ich in London kennengelernt habe, gab es nur einen, der sich für meine Arbeit wie ein „Jude" interessiert hatte, nämlich — Major Schönfield. James Rothschild hatte damals bereits seinen Übertritt von der französischen in die kanadische Armee vollzogen, aber er war noch Leutnant. Elieser Margolin, an den ich beständig, noch seit den ersten Tagen des ,,Gabari-Lagers" gedacht

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