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Menorah · 1928-05-01 · Heft 5 (Mai 1928) · p. Seite 294

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 5 (Mai 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-05-01
Page
Seite 294 (sequence 4)
Language
German
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294 MENORAH habe, befand sieh mit seinen Australiern irgendwo weit auf der flandrischen Front. Von Fred Samuel habe ich bis dahin überhaupt nichts gewußt. Aber trotz größten Respektes vor allen erwähnten Namen, war ich damals und bin noch bis heute der Meinung, daß diese historische Ehre ein anderer ehrlich verdient halte, jener Mann, der sich nicht geschämt hat, das Kommando über jüdische Mauleseltreiber zu übernehmen und sie zu einem wahren Soldatenkorps auszugestalten, einem Korps, vor dessen Namen der Kriegsminister sich verbeugt, jener Mann, der im Spital und Rekonvaleszentenheim an uns gedacht und uns mit seiner Feder geholfen hat, indem er ein Buch schrieb „Mit den Zionislcn in Gallipoli", jener Mann, der an uns vom ersten Moment an geglaubt hat, als wir noch klein waren und bespöttelt wurden. „Ich gedachte deiner Jugend Treue, da du mir folgtest in die Wüste, in ein Land, das unbesät war .. ." Ich sagte: „Es gibt nur einen Kandidaten; obwohl kein Jude, muß er unser Colonel sein, und ich hoffe, daß er einst unser General werden wird: Patterson." X rumpeldor war zu jener Zeit nicht mehr in London. Er hatte lange genug darum gebeten, daß man ihn als Offizier in dasselbe Bataillon aufnehme, in dem ich und seine früheren Leute aus Gallipoli dienten. Er war bereit, auf seinen Rang als Captain zu verzichten, er wollte bloß Seeondleutnant werden. Wahrscheinlich wäre er auch einverstanden gewesen, ein einfacher Unteroffizier zu sein, aber davon konnte nicht gesprochen werden, da er nur eine Hand besaß. Was jedoch den Offiziersrang betraf, so hatten die Bürokraten im War-Office hundert Ausreden, darunter vielleicht eine von Wichtigkeit: Nach der englischen Verfassung darf ein Ausländer keinen Offizierposten in der englischen Armee bekleiden. Trumpeldor hörte sich das Urteil an, lächelte, sagte wie immer „Ejn dawar" und beschloß nach Rußland zu fahren. „Was werden Sie dort machen?" fragte ich ihn. Er hatte zwei grandiose Projekte. Erstens war er dessen sicher, daß man bei der Kerenski-Regierung, mit Sawinkow als Kriegsminister, es durchsetzen könnte, daß sie eine jüdische Armee schaffe: nicht eine Legion, sondern eine Armee von hunderttausend oder mehr Leuten — und aus einer andern Sorte von Juden bestehend. Und diese Armee müßte an die Kaukasusfront marschieren und sich über Armenien

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