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Menorah · 1928-05-01 · Heft 5 (Mai 1928) · p. Seite 277

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 5 (Mai 1928)
Article
Die Musik der antiken Juden
Date
1928-05-01
Page
Seite 277 (sequence 6)
Language
German
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DIE MUSIK DER ANTIKEN JUDEN 277 Überstellung des Triumph- und Klageliedes gesehen haben. Über diese Instrumentation ist viel fabuliert worden: in rabbinischen Schriften, im Schilte-Haggiborim so gut wie in theologischen Büchern. Es ist auch ebenso den Juden die Erfindung aller Instrumente zugesprochen worden, wie man ihnen die Originalität keines der Instrumente gelassen hat. Aber hier verhält es sich wie mit Delitzsches Kontroverse: B a b e 1—B i b e 1. Man kann Schöpfungsgeschichte, Feste, Sabbat und Dekalog auf babylonische (zudem semitische!) Quellen zurückleiten; entscheidend ist die Begeistung. Übernehmen kann man nur den Stoff. So ist es mit den musikalischen Instrumenten der Hebräer. Man mag ihre Herkunft vollkommen auf babylonische, ägyptische, phönikische und syrische Quellen zurückleiten; entscheidend ist ihre spezifische Bewertung. Alles andere ist ein Streit um Unwesentliches. Das Kinnor, die Harfe, mag phönikischer Abkunft sein, wie uns das Wort sagt; das Kazozrath, die Trompete, mag aus Ägypten mitgebracht sein: das Wesentliche ist die Verwendung, die Bedeutung. Desgleichen bei dem Nebal, bei den Pfeifen und Flöten, bei dem Schofar, bei der Laute. Überall sehen wir die Unoriginalität in den Formen und die exzeptionelle Durchgeistigung im Gebrauch. Ich will nicht auf die vielen Vermutungen und Behauptungen eingehen. Hier soll nur das gezeigt werden, was unbeschadet aller Hypothesen als Tatsache besteht: das Abbild der ungeheuren Kontrastnatur der Juden in der Vorzugs weisen Bedeutung seiner Instrumentation. Dieser psychische Gegensatz, der schon in der Gegenüberstellung des Triumph- und Klageliedes so scharf hervorsticht, tritt hier auch in der instrumentalen Äußerung hervor. Es ist die Bedeutung der Schallinstrumente auf der einen Seite und der Harfen und Flöten auf der anderen. Alle anderen Tonwerkzeuge, die zwischen diesen beiden Extremen liegen, sind Beiwerk, Füll werk. Auf den beiden Extremen liegt die ganze spezifische Schwere der Bedeutung. Auch hier erhält die Zeitgerichtetheit des Juden ihren adäquaten Ausdruck. Abbildung von Trompeten auf dem Triumphbogen des Titus

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