Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1928)
- Article
- Die Musik der antiken Juden
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 278 (sequence 7)
- Language
- German
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278 MENORAH Die Posaunen, Trompeten, Pauken und sonstigen Schlaginstrumente finden wir immer angewandt bei festlichen Aufzügen, Siegestaumeln, Zügen zum Heiligtum, aber auch vor, während und nach der Schlacht, zum Ausruf der Feste, zum Zusammenruf des Volkes, überhaupt bei jeder Art Orgiasmus und bei jeder Art Ausdruck des Furchtbaren. Hier berühren sich die Juden noch vollkommen mit den Naturvölkern. Nur daß bei ihnen die Zweckgerichtetheit eine ausgesprochenere ist. Nehemia sprach zu dem Volk, das den von Nebukadnezar zerstörten Tempel aufbaute, mit Schwert und Trompete umgürtet: „Wo ihr immer den Schall der Trompeten höret, da laufet zu und zusammen, unser Gott wird für uns streiten." (Esra 4.) Der Herr gab Mose den Auftrag: „Mach' doch eine Trompete aus Silber, um das Volk zusammenrufen zu können." (3. Mos.) Und zur Einsetzung vom Sabbat- und Halljahr befahl er: „Und du sollst zählen solcher Sabbatjahre sieben, daß sieben Jahre siebenmal gezählt werden und die Zeit der sieben Sabbatjahre mache neunundvierzig Jahre. Da sollst du die Posaune lassen blasen durch all euer Land am zehnten Tage des siebenten Monats, eben am Tage der Versöhnung." (3. Mos. 25.) „Wenn ihr ein Freudenmahl habet oder Festtage oder Neumonde, sollt ihr mit den Trompeten blasen, zu euern Brandopfern und Friedopfern, daß sie euch zum Gedächtnis vor eurem Gott seien." (4. Mos. 10.) „Und auch der erste Tag des siebenten Monats soll euch ehrwürdig und heilig sein, keinen Dienst sollt ihr an demselben tun, denn es ist der Tag des Klanges und der Trompeten." (4. Mos. 29.) „Und David hatte einen leinenen Rock an, dazu alle Leviten, die die Lade trugen, und die Sänger und Chenanja, der Sangmeister mit den Sängern; auch hatte David einen leinenen Leibrock darüber. Also brachte ganz Israel die Lade des Bundes hinauf mit Jauchzen, Posaunen, Drommeten usw." (1. Chron. 27, 28.) „Und laß sieben Priester sieben Posaunen des Halljahres tragen vor der Lade her, und am siebenten Tage gehet siebenmal durch die Stadt und laß die Priester die Posaunen blasen. Und wenn man das Halljahrshorn bläset und es lange tönet, daß ihr die Posaune höret, so soll das ganze Volk ein groß Feldgeschrei machen, so werden der Stadt Mauern umfallen, und das Volk soll hineinsteigen" usw. (Jos. 6. 4. 5.) Es ließe sich beliebig weiter belegen, welche immense Rolle gerade der Schall spielte bei allen äußeren, sei es friedlichen, sei es kriegerischen Anlässen. Dieses Ausmaß hat kein antikes Volk erreicht. Jedes Fest, jede Freude, jeder Sieg wird in tonaler Trunkenheit