Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 4 (April 1928)
- Article
- Die jüdische Landwirtschaft in Bessarabien
- Date
- 1928-04-01
- Page
- Seite 247 (sequence 6)
- Language
- German
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DIE JÜDISCHE LANDWIRTSCHAFT IN BESSARABIEN 247 Jüdische Siedlung Mansir (Bessarabien) J Das Haus einer Kolonistenfamilie ziemlich feuchten Jahre 1926 haben die Weingärten stark unter der Pilzkrankheit „Mildiu" gelitten. Aber ein bedeutender Teil der jüdischen Weingärten befand sich doch in einem guten Zustande; und das war die Folge der guten Pflege der Weingärten und ihrer sorgfältigen Bespritzung gegen die Pilzkrankheit. Was die Weinpreise anlangt, so stehen sie sehr hoch. Die bessarabischen Weine werden in der Bukowina abgesetzt, sie werden auch in Altrumänien verlangt, wo sich die Weinsorteri von denjenigen Bessarabiens unterscheiden; man benutzt hier die bessarabischen Weine zur Vermischung mit den einheimischen. Die Lage des jüdischen Weinbaues ist so günstig, daß eine jüdische Familie, die ein Hektar Weingarten sorgfältig bewirtschaftet, schon davon leben kann. Bei größeren und kleineren Städten hat man einen so guten Absatz für Tischweintrauben, daß unter solchen Bedingungen eine Familie selbst von einer kleineren Weingartenfläche sich zu ernähren vermag. Die Zukunft der jüdischen Landwirtschaft und ihre Bedeutung Die neue jüdische Landwirtschaft ist aus schwerer Not entstanden und entwickelt sich unter schweren Bedingungen. Hat sie eine feste Grundlage? Hat sie eine Zukunft? Daran zweifeln wir nicht. Die äußeren Bedingungen werden sich verbessern. Rumänien ist ein Agrarland und wird passende Bedingungen für die Entwicklung seiner Landwirtschaft schaffen müssen. Die Regierung beginnt es einzusehen. Die Abschaffung der Ausfuhrzölle wurde auf die Tagesordnung gestellt.