Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 4 (April 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-04-01
- Page
- Seite 234 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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234 MENORAH schallen war. Eine lebhafte Korrespondenz betreffs des Legionsprojektes hatte sich bereits entfaltet zwischen dem War-Office, dem Foreign-Office, dem Sekretariat des Premiers und der russischen Bolschaft, geleitet von solchen Anhängern wie Captain Amery, Sir Ronald Graham und Herrn Nabokow. Mr. King brachte mich mit dem führenden liberalen Journal „Nation" in Verbindung. Dr. Weizmann führte mich bei dem Redakteur des „Manchester Guardian" ein, bei C. P. Scoti, dem angesehensten aller englischen Journalisten wind dem Freunde und Lehrer Lloyd Georges. In beiden Zeitungen waren bereits Leitartikel zugunsten der Legion erschienen. Das Wichtigste aber war die Hilfe der Londoner ,,Times". Lord Northcliffe war damals noch im höchsten Glänze seiner Macht, ein Wort der „Times" war Gesetz. Aber der Chefredakteur dieser allmächtigen Zeitung war jener Henry Whickham Steed, an den mir der französische Historiker Seignobos seinerzeit ein Paar Zeilen zur Einführung mitgegeben hatte. Ich hatte sie schon längst benützt, ich stand mit diesem gescheitesten aller Engländer, denen ich in meinem Leben begegnet bin, längst auf gutem Fuße. Er ist ein Mann von reicher und tiefer Kultur, der die Hälfte seines Lebens in verschiedenen Ländern Europas zugebracht bat und ein persönlicher Freund Theodor Herzls war. Also erschien auch in den „Times" ein leitender Aufsatz über die jüdische Legion. Und hernach sagten mir sogar unsere ärgsten jüdischen Gegner mißmutig: „Selbstverständlich, wenn die ,Times' auch dafür sind. . ." Amery hatte recht: es hängt jetzt alles von der kleinen jüdischen Kompagnie im zwanzigsten Bataillon des Londoner Regiments ab. Sie ist eine gesunde Wurzel, es muß aus ihr ein Baum werden. Ich fuhr nach Winchester, wo dieses Bataillon damals ausgebildet wurde, stellte mich dem Golonel Assheton Pownall vor (er ist heute ein konservativer Abgeordneter) und fragte ihn, ob er mich als Gemeinen in die jüdische Kompagnie aufnehmen würde. Ich informierte ihn über unseren Kampf und meine Absichten; er beglückwünschte mich und sagte: „Kommen Sie." Vor der Einrückung zum Militärdienst unterschrieb ich gemeinsam mit Trumpeldor eine formelle Eingabe an Mr. Lloyd George, in der wir dem Kriegskabinett vorschlugen, eine jüdische Legion für Palästina zu schaffen. Das geschah auf die Initiative des Captains Amery; er selbst redigierte diese Eingabe und nahm es auf sich, sie persönlich dem Premierminister zu überreichen. Nunmehr schloß ich auch meine schriftstellerische Tätigkeit