Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 4 (April 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-04-01
- Page
- Seite 231 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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VOM NIL ZUM JORDAN 231 mehr auf seinem Posten, aber sein Geist herrschte noch im War- Office, und die Gegner einer Offensive im Osten behielten noch im Generalstab die Oberhand. In einer Beratung mit Freunden beschlossen wir, daß die Zeit für einen neuen, ganz offenen Versuch gekommen sei, die Regierung und die öffentliche Meinung vor ein fait accompli zu stellen. Unser Plan ging dahin, unter den jungen Leuten Unterschriften für folgende Erklärung zu sammeln: „Wenn die Regierung ein jüdisches Regiment aufstellen wird, das ausschließlich für zwei bestimmte Zwecke verwendet werden soll — entweder für Landesverteidigung oder für Operationen auf der Palästinafront —■ so verpflichte ich mich, mich einer solchen Legion anzuschließen." Die Losung für diese Kampagne soll lauten: „Home- und Heim- Legion." Wenn genügend Unterschriften vorhanden sein werden, werden wir eine Petition an die Regierung richten. Dieses ganze Unternehmen muß aus privaten Mitteln, ohne jegliche offizielle Hilfe durchgeführt werden. Joseph Cowen versorgte uns mit den nötigen Summen. Ich berief Meir Großmann aus Kopenhagen; aber schon einen Tag vor seiner Ankunft erschien unter seiner Redaktion (und sogar mit einem M. Großmann unterzeichneten, von ihm aber nie gesehenen Leitartikel!) die erste Nummer der Tageszeitung ,,Unsere Tribüne". Die Hauptmitarbeiter waren Beilin, Pinski und Kaiser - — die beiden ersteren ziemlich bekannte jiddische und hebräische Schriftsteller. Harry First und Isaak Arschawski, ein junger Ingenieur, mit einem Dutzend anderer Anhänger übernahmen die technische Durchführung der Kampagne. Einige Tage später kam Trumpeldor an. Seine Legion war schon lange demobilisiert, nach der Niederlage der Gallipoli-Expedition. Zwei Tage nachdem unser erster Aufruf erschienen war und in den Straßen von Whitechapel, Soho und anderen „jüdischen" Stadtvierteln verteilt wurde, ließ Herbert Samuel mich zu sich rufen. „Wir danken Ihnen vom Herzen für Ihre Initiative", sagte er mir. „Kann das Innenministerium Ihnen auf irgend welche Weise behilflich sein?" „Nur in einer Sache," erwiderte ich; „geben Sie uns eine offizielle Erklärung, daß die Regierung, wenn tausend Unterschriften vorhanden sein werden, eine Legion für „Home und Heim" gründen wird. Dann bin ich sicher, daß die Aktion von bestem Erfolg begleitet sein wird. Andernfalls werden Skeptiker oder Gegner behaupten, daß die ganze