Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 4 (April 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-04-01
- Page
- Seite 230 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2912821-2912879-2912884-2921846--06478-2921933- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
230 M E N O R A H Es interessierte sie einfach nicht, was die „Notabein" über Palästina oder die Legion denken. Und was hat mir, dem Ausländer, in Whitehall alle Türen geöffnet? Eine Kleinigkeit, die die Neunmalweisen in Israel verspottet hatten: Das Zion-Mule-Korps, das ,,Eselbataillon" von Alexandrien. Vom Petersburger Außenministerium schrieb man an Graf Ben kendorfT, dem russischen Botschafter in London; von der russischen Botschaft schickte man Rapporte an das Foreign-Office über den Zionismus und über den Willen der jüdischen Jugend, an der Eroberung Palästinas teilzunehmen; der Botschaftsrat Konstantin Nabokow, ein Bruder des berühmten Kadettenführers in der Duma, arrangierte für einen jüdischen Journalisten Zusammenkünfte mit englischen Ministern, mit dem amerikanischen Botschafter Page, mit dem französischen Botschafter Cambon — alles nur dank der Tatsache, daß Trumpeldor mit sechshundert jüdischen jungen Leuten in Gallipoli Durst gelitten hatte und unter feindlichem Feuer gestanden war. Und im Foreign-Office, an der Spitze des Departements für den nahen Osten —jenes Departement, das alle Verhandlungen wegen Palästina zu führen hatte — stand schon damals jener verdienstvolle Freund des Zionismus, dem auch Weizmann einen großen Teil seiner Erfolge verdankt: Sir Ronald Graham, heute englischer Botschafter in Rom. Aber seine erste Berührung mit dem Zionismus gehört in jene Zeit, da er noch Mr. Graham hieß, ein „Adviser" des Innenministeriums in Ägypten war und die Gallipoli-Legion schaffen half. VI. Eine Propaganda-Aktion — Die vTimesi( treten für die Legion ein — Zug J^Ir. 16 im 20. Londoner Bataillon — Konferenz heim Kriegsminister — Die Legion wird eine Tatsache Im Herbst war es bereits jedem Menschen mit gesundem Verstand klar, daß Whitechapel wird dienen müssen, wenn nicht anders ein Skandal vermieden werden soll, der das ganze jüdische Prestige in England untergraben würde. Für die Engländer wurde bereits die Konskription eingeführt. Dutzende junger Leute aus Whitechapel, ganz Unbekannte, kamen zu mir nach Chelsea — ein Weg von einigen Meilen — und fragten: „Was tun? Ist irgend eine Hoffnung da, daß die Regierung eine Legion für Palästina schaffen wird?" Die Regierung w7ar aber noch nicht willens. Kitchener war nicht