Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 3 (März 1928)
- Article
- Die jüdische Landwirtschaft in Bessarabien
- Date
- 1928-03-01
- Page
- 187 (sequence 6)
- Language
- German
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Im Garten eines jüdischen Weinbauern in der Kleinstadt Rcsina beim Besuch des Instruktors der Ges. „Ort" silien. Im allgemeinen isl aber der Umfang der Emigration unbedeutend. Also bleibt nur übrig, im Lande neue Verdienslmöglichkeiten aufzusuchen. Jetzt scheut der Jude keine schwere Arbeil. In den letzten Hunger jähren sind viele Juden nach den Karpathen gegangen, um sich an den schweren Waldarbeiten zu beteiligen. Einen Ausweg aus der schwierigen Lage sucht die jüdische Bevölkerung auch auf dem Gebiete der Landwirtschaft. Die jüdische Landwirtschaft vor dem Kriege Die Juden von Bessarabien waren von altersher in der Landwirtschaft tätig. Noch in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts wurden in Bessarabien hauptsächlich von den podolischen Juden zehn landwirtschaftliche Siedlungen — und zwar fünf auf eigenem gekauften und fünf auf gepachtetem Boden gegründet. Der Typus eines echten Ackerbauers konnte sich nur langsam herausbilden. Die Kolonisation halte einen äußeren Beweggrund. Die Juden haben sich in den Bauernstand eintragen lassen, um sich von dem schrecklichen Rckrulendienst unter Nikolaus I. zu befreien. Außerdem haben sie zu wenig Land angekauft und den größten Teil des gepachteten Landes später verloren. Doch an ihren bescheidenen gekauften Landesanteilen haben sich die Kolonisten festgehalten und haben nichts verkauft. Das