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Menorah · 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 3 (März 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-03-01
Page
Seite 168 (sequence 4)
Language
German
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168 MENORAH des Gebetes verflucht; und zu meiner alten Mutter sagte einer der angesehensten zionistischen Führer: „Man müßte Ihren Sohn erschießen — er ist ein Verräter, ärger als alle Renegaten.'* Das hatte sie stark und tief getroffen. Ich fragte sie: „Gib mir einen Rat, Mutter: Was soll ich tun?'4 Stolz wie auf einen Adelsbrief bin ich auf ihre Antwort: „Wenn du glaubst im Rechte zu sein, darfst du nicht nachgeben." Professor Manuilow, der Chefredakteur der „Russkija Wiedomosti" (jener russischen Zeitung, die mich ins Ausland geschickt hatte), war dagegen, daß ich eine zweite Reise mache. „Bleiben Sie hier und arbeiten Sie in der Redaktion," sagte er, „warum wollen Sie wieder abreisen?" „Legion . . .", entgegnete ich. „Fahren Sie in Gottes Namen", sagte er. Und zwei Jahre lang, bis die Bolschewiken sie verboten haben, gab mir diese alte, ehrwürdige, liberale Zeitung, der Hauptstolz der russischen Presse, trotzdem sie schon einen ständigen Korrespondenten in London hatte, den angesehenen Publizisten, Schklowski-Dioneo, die Möglichkeit, in London zu leben, meine Familie in Petersburg zu erhalten, indem ich einen Artikel in der Woche schreiben mußte und sonst tun und lassen konnte, was mir gefiel. Auf dem Wege nach London blieb ich neuerlich in Kopenhagen, um Großmann zu sehen. Freudige Ereignisse konnte er mir nicht berichten. In Kopenhagen hatten die Zionisten ein Zentralbureau gegründet und das Bureau hatte bereits überallhin Zirkulare verschickt, daß man jede legionistische Agitation stören und ihre Initiatoren boykottieren soll. Als Resultat haben in der Schweiz einige gehorsame Studentengruppen heroische Resolutionen gegen die Legion gefaßt. Neue Anhänger kamen nicht hinzu. Außer einem einzigen. Aus dem Haag, der Hauptstadt Hollands, meldete sich ein junger Mann, Jakob Landau. Er sprach von der Gründung einer jüdischen Presseagentur, die das Legionsprojekt propagieren sollte. Er hatte bereits kleine Artikel und Nachrichten in diesem Geist in holländischen Zeitungen veröffentlicht — aber schon schlössen ihn die dortigen Zionisten, mit Herrn de Lieme an der Spitze, aus ihrer Organisation aus und drohten ihm, bei der holländischen Polizei zu erwirken, daß er, als ein die Neutralität verletzender Ausländer, aus dem Lande ausgewiesen wird. Der junge Mann ließ sich nicht einschüchtern und betrieb bis zum Abschluß der Legionskampagne seine Agitation in den neutralen Zei-

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