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Menorah · 1928-02-01 · Heft 2 (Februar 1928) · p. Seite 115

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 2 (Februar 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-02-01
Page
Seite 115 (sequence 7)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 115 Ich habe dem Minister folgende Frage gestellt: „Können wir Zionisten uns der Hoffnung hingeben, daß Frankreich, falls Palästina nach dem Kriege unter seinen Einiluß kommen sollte, unsere Bestrebungen in Betracht ziehen wird?" Er antwortete sofort mit einigem Verdruß, etwa wie auf eine Frage, die ihn schon viel Ärger gekostet hat: ,,Ich glaube nicht, daß Palästina irgend einer der Großmächte gehören wird: die anderen Mächte werden damit nicht einverstanden sein." Ich: ,,Ich begreife. Das heißt, eine Art Kondominium, aber unter den Teilhabern wird Frankreich naturgemäß eine wichtige Rolle spielen. Dann erlauben Sie mir, wieder die Frage zu stellen, ob dann der französische Einfluß sich für den Zionismus günstig gestalten wird." Hier tauchte wieder der ,,klassische" Diplomat auf, in dessen Wortschatz es kein „Ja", kein „Nein" gibt. Ganz so wie ein Jude antwortete er mit einer Gegenfrage: „Hat denn Frankreich den Juden nicht genügend Wohltaten erwiesen? Unsere Revolution gab ihnen Gleichberechtigung." „Dafür sind wir ewig dankbar, Herr Minister," entgegnete ich, „aber ich komme jetzt aus Rußland und der Ukraine, wo Millionen Juden sich fortwährend mit der einen Frage beschäftigen: was wird mit Palästina sein?" Er schweigt einen Augenblick und dann fragt er mit „klassischer" Ablenkung vom Gesprächsgegenstand: „Wie ist die Lage der Juden in Rußland?" „Arger noch als früher", antworte ich kurz und bündig, da ich nichts von der klassischen Schule halte und die Antwort auf meine Frage eigentlich schon bekommen hatte. Gustave Herve, eine gute Seele, will noch zu helfen versuchen. Er erzählt dem Minister, daß sich in Ägypten eine jüdische Legion gebildet hat. . . „Davon weiß ich," sagt Deleasse, „für Gallipoli." „Ja; aber sie wollen jetzt ein anderes Korps für Palästina schaffen und sie würden sich glücklich fühlen, wenn diese neue Legion ein Teil der französischen Armee sein könnte." „Das heißt," helfe ich nach, „wenn die französische Regierung Sympathien für die zionistische Bewegung hat." Deleasse schließt das Interview, wieder wie ein Jude, ohne auf die Frage geantwortet zu haben: „Man weiß doch nicht, ob es überhaupt

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