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Menorah · 1928-02-01 · Heft 2 (Februar 1928) · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 2 (Februar 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-02-01
Page
Seite 112 (sequence 4)
Language
German
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112 MENORAH es für sehr fraglich, ob unser berühmter „jüdischer Kopf denn auch wirklich ein solcher Segen ist, wie wir glauben ... Das Ergebnis der Besprechungen mit Rulenberg faßten wir in drei Punkten zusammen: Einmal: Die Legion kann geschaffen werden. Menschenmaterial gibt es in England und Frankreich, und in den neutralen Ländern leben Zehntausende von jüdischen jungen Leuten, meistens aus Rußland, die nicht eingezogen wurden. Auch Amerika ist nicht zu vergessen. Dann: Unser bester Kompagnon ist England — aber nicht der einzige. Ganz Italien ist aufgewühlt von Kriegsbegeisterung und bald könnte es in den Krieg eintreten. Und Italien hatte damals, lange noch vor Mussolinis Hervortreten, eine ausgesprochene Ambition, seinen Einfluß im Mittelmeer weit über die engen Adriagrenzen zu verbreiten. Für Frankreich war Palästina und Syrien ein zumindest halbtausendjähriger Traum. Ich erwähne diesen Gedankengang absichtlich; obwohl er damals noch kein praktisches Resultat gezeitigt hatte, ist er aber richtig und blieb es bis zum heutigen Tage. England ist für uns die beste Kombination, sie ist aber nicht die einzig mögliche. Das dürfen wir nie vergessen. Wir beschlossen, sowohl London, als auch Paris und Rom im Auge zu behalten, und ich bin überzeugt, daß dies für den Zionismus die beste Politik ist, sowohl heute als auch in Zukunft. Endlich: In Rom müssen wir zusammen arbeiten, dann muß ich nach London und Paris reisen, Rutenberg wird Amerika besuchen. Ich zeigte ihm Trumpeldors Telegramm über die Annahme von Maxwells Vorschlag und berichtete ihm die ganze Angelegenheit. Seine Einschätzung war kurz und praktisch: A priori stimme ich mit Ihnen überein, daß es besser gewesen wäre, einen solchen Vorschlag nicht anzunehmen, a posteriori aber hat Trumpeldor recht, es wird von Nutzen sein. Italien selbst bedeutete für uns jedoch eine Niederlage. Letzten Endes hatten es sogar die Minister, denen mich Rutenberg vorgestellt hatte, damals — Winter 1915 — noch nicht gewußt, ob Italien in den Krieg eintreten wird. Vom Kolonialminister Mosca bis zum Deputierten Bissolati — letzterer war Sozialistenführer und ein heißer Kriegsanhänger — alle gaben sie dieselbe Antwort: Falls wir an dem Kriege teilnehmen werden, ist Ihr Gedanke glänzend; kommen Sie wieder und wir werden das praktisch besprechen. Aber heute . ..

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