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Menorah · 1928-02-01 · Heft 2 (Februar 1928) · p. 103

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 2 (Februar 1928)
Article
Ausländer über polnische Juden im XVIII. Jahrhundert
Date
1928-02-01
Page
103 (sequence 4)
Language
German
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Polnische Juden Zeichnung von Lionel S. Reisz kaum mit Müh, nach einem halbstündigen Herumlaufen, da unterdessen mein Wagen auf dem Markt stand, endlich ein schlechtes Haus, mit einem höchst durchlauchtigen Stall, auskundschaftete. Ich trat in die Stube, ein Schwärm jüdischer Kinder, klein und groß, jung und alt, weiblich und männlich, befand sich darinnen; kurz sie machten ein solch Getös, daß ich schon zurück zu treten im Begriff war, allein die Noth zwang mich hineinzugehen, denn es regnete noch überdies ziemlich stark. Mich und meinen Reisegefährten hungerte, ja aber mehr als ein Dutzend Judenweiber hatten den Herd mit Töpfen und Tiegeln besetzt und umringelten ihn. Ich sann auf Mittel, mich so lästiger Hausgenossen zu entledigen; allein ich wusste, dass mit Glimpf beym Juden, wo er nur den mindesten Rückanhalt hat, nichts auszurichten sey; Gewalt wollte ich wieder nicht brauchen; ich mußte also die List zu Hülfe nehmen. Ich befahl also meinem Kutscher, an die Stubentür, welche olfen stand, ab- und zuzugehen, sich ängstlich zu stellen, und wenn dann endlich ein Jude oder ein Judenweib käme, um von ihm zu erfahren, was mir fehle, so sollte er nur erst nach langem Bitten gleichsam gestehn, ich hätte, besonders trunknerweise einen Koller, thät aber so leicht, wenn mir auswiche, niemanden nichts; nur einmal wärs geschehen, daß ich einem Juden die Ohren vom Kopf gehauen und eine Jüdin stark, doch nicht tödtlich verwundet hätte. Hierauf trat ich wieder ins Zimmer, rief auf dem Bedienten mit rauher Stimme nach dem Säbel, nach Pistolen und Flinte, er brachte alles, er war auch gestimmt und also schüchternd scheinend. Ich nahm den Säbel, entblösst ihn, hieb etlichemal damit in Tisch und Bänke. Hierauf nahm ich die Pistolen, that als wollt ich sie laden, zog aber allen Schrot und Posten heraus, setzt einen guten Pfropf aufs Pulver und schoss im Zimmer fluchend los, ergriff das zweite Pistol und schoss gerade auf den Kamin, worum alle Juden versammelt hatten, doch dieses letzte that ich nach einer guten Pause, als ich merkte, dass die Juden meinem Zweck gemäss berichtet wären. Es dauerte nicht vier bis sechs Secunden, so war mein Zimmer leer und ich war so furchtbar geworden, daß ich den folgenden Morgen Noth hatte, die Wirthinn zu sehen, um ihr meine Schuld abtragen zu

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