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Menorah · 1928-02-01 · Heft 2 (Februar 1928) · p. Seite 102

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 2 (Februar 1928)
Article
Ausländer über polnische Juden im XVIII. Jahrhundert
Date
1928-02-01
Page
Seite 102 (sequence 3)
Language
German
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102 MENORAH nicht nur den sämtlichen Handel der ganzen Gegend an sich haben, sondern sogar mit den übrigen Provinzen unseres Reichs in Verbindungen stehn und einige unter ihnen reisen im Lande von Edelhof und Edelhof mit Stoffen, Zeugen und anderen Galanterie und dergleichen Waaren herum. Ich habe ihrer an mehreren Orten angetroffen, und sie waren alle von hier. Kommt ein Reisender in Opatöw an, so kann er sich dieses Geschehnisses fast gar nicht erwehren: sie fallen ihn zu zwanzig, dreyssig und mehrern an, sowohl Männer als Weiber und dringen ihm mit Gewalt ihre Waaren auf; Scheltworte, Drohungen, selbst der Stock helfen nicht und lässt man sie mit Gewalt zum Hause herausjagen, so sammeln sie sich schaarenweise unter den Fenstern und suchen durchs Glas zu schachern. Ich gestehs, das Gesindel machte mich lachen und ärgern zugleich. Man kann hier bey ihnen alle aus- und innländischen Waaren bekommen, besonders giebts mehre Rauchhändler unter ihnen." (S. 239.) „Daher sind auch die hiesigen Jahrmärkte sehr ansehnlich und wenn der herumwohnende Adel etwas braucht, selbst auf viele Meilen, so reist er hieher oder lässt einen Juden mit seinen Waaren zu sich kommen." „Die bessern und feinen Handwerke sind auch in der Juden Händen." S. 244. Sandomir: „Juden giebts auch hier in grosser Menge, und sie haben ihre eigene Synagoge und Begräbnisstätte; allein obgleich auch hier diese Nation den ganzen wenigen Handel an sich hat, so sind sie doch nicht so unbändig, als in Opatow." S. 247—248. Kozienice: „Ozarow, ein kleines hölzernes Städtchen, so zween Herren, deren Namen mir entfallen ist, gehört. Es giebt hier eine entsetzliche Menge Juden in Vergleichimg mit den Christen. Auch hier trifft die bisher gemachte Beobachtung ein, dass die Juden die ganze bürgerliche Nahrung an sich haben, dagegen der Christ bloß vom Ackerbau lebt." S. 249. Tarlow: „Auch hier sind Juden, es ist aber alles armselig." S. 250. Lipsk: „nur schade, dass er grösstentheils von Juden bewohnt wird, worunter einige wohlhabend seyn sollen und sogar nach Danzig und Elbingen mit Fassdauben, anderm Holz, Getreide, Häuten usw. handeln sollen. Es giebt hier bey ihnen verschiedene ganz wohl versehene Läden, wo man allerley Arten Material und andern Waaren antrifft." 5. 251. Gniewuszew: „Den wenigen Schank und kleinen Detaillehandel haben auch hier wie fast allerwärts die schmutzigen Kinder Israels in ihren Händen, wodurch sie den Christen den Scheffel Getreide, wofür er sich eins oder das andere nöthige Bedürfnis anschaffen könnte, was noch mehr selbst den bis zur andern Erndte nöthige Brodtvorrath abluchsen und was geben sie ihm dafür? Brandwein — " S. 254. Kozienice: „Bey meiner Ankunft an diesem Ort waren schon alle Häuser mit Fremden besetzt, so daß ich

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