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Menorah · 1928-01-01 · Heft 1 (Januar 1928) · p. Seite 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 1 (Januar 1928)
Article
Jüdische Kunstfeindlichkeit
Date
1928-01-01
Page
Seite 53 (sequence 2)
Language
German
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JÜDISCHE KUNSTFEINDLICHKEIT 53 Tempel Salomos Bild aus linvr Haggadah, gestochen-von Abraham b. Jacob, gedruckt bei Moses ITesel-Amsterdam /M5 (Besitz der Bibliothek der israclitisclien Kidtusgemeinde in U ie/i) Man beachte dir m'ederlii/id isch-barocke Gestaltung namentlich bei den l'ürmrn Politische Macht-Voraussetzung künstlerischen Schaltens Die gleiche Bilderfeindlichkeit führt aber im Islam und im Judentum deshalb zu so völlig anders gearteten Ergebnissen, weil die weitere Bedingung jeder großen Kunst Übung in beiden Fällen grundverschieden ist: die Frage politischer Macht und persönlicher Sicherheit. Diese beiden Umstände aber geben für die Auffassung des Judentums und seiner Stellung zur Kunst nichts Wesentliches mehr, sondern sie sind ein geschichtlicher und insofern fast zufälliger Tatbestand. Ich wenigstens glaube: durch die hinsichtlich der Bilderfeindlichkeit parallele Erscheinung des Islams ist in aller nur wünschenswerten Deutlichkeit der Auffassung eine wirksame Stütze gegeben, daß das Judentum in seinem Wesen und seiner Lehre nichts Kunstfeindliches an sich hat. Das streng erlassene und streng befolgte Gebot der Bilddarstellung ist kein Gegenbeweis, weil, wie an dem Islam gezeigt, Abbild und Kunst nicht ein- und dasselbe sind.

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