Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Originale und Redensarten in der Judengasse
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 795 (sequence 2)
- Language
- German
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ORIGINALE UND REDENSARTEN IX DER JUDENGASSE 795 Hochzeitszug", Vordere Synagogenstraße (Original Privatbesitz) Nach, einer Kopie im Besitz des M'useums (l'ide Metz: Ein Gang durch das Museum) H o Ii n'c he Ca nnstadt war überall ob seines beißenden Spolies bekannt und beliebt. Eines Tages fuhr er nach Darmsladt und nahm mittags in einem Hotel an der Table d'hole teil. Als zweiter Gang wurden ihm vom Kellner Spargel gereicht. Hohn'che nahm alles, was noch auf der Schüssel war, auf den Teller. Sein Nachbar, der leer ausgehen sollte, sah ihn erstaunt an und sprach: ,,Es sind doch auch noch andere Leute da", worauf Hohn'che schlagfertig erwiderte: Kennen Sie mich nicht? Ich bin der berühmte Spargelfresser Hohn'che Cannsladl aus Mainz!" M a i m'c he Beifuß halte ein gastfreies Heim, jedermann war herzlich willkommen. Allerdings die Qualität des Kaffees. der dort gratis gespendet wurde, ließ manchmal zu wünschen übrig. Aber familiär ging's hei ihm zu: in der Mitte des Plafonds war eine Kordel befestigt, die bis zum Tische reichte, und an der ein Stück Kandiszucker hing. Jeder KafTeelrinker durfte sich nun dieses Stückes Zucker bedienen, wenn er seinen Katfee nicht ungesüßt trinken wollte. F a 1 k\s che G e d e r n war ein braver und frommer Mann. Kr ging hausieren mit Strumpfbändern, Hosenträgern und Knöpfen. Am Sabbat ruhte zwar sein Handel, aber er ging an diesem Tage in seinem Zimmer auf und ab wie am Werktag und rief: ..Kauft Hosenträger, Strumpfbänder, Knöpfe'." Er sagte von sich: ..Den Druck des Hausierkaslengurtes müsse er immer spüren."