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Menorah · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · p. Seite 780

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Article
Ein Gang durch das Museum Jüdischer Altertümer
Date
1927-12-01
Page
Seite 780 (sequence 14)
Language
German
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MENORAH Nr. 1797 in Dresden von 1729 bis vor 1755 nachweisbar. — Das fünfte Thoraschild ist seinem Umfange nach wohl das imposanteste, doch zweifellos nicht das qualilälsvollste. Die Sliflerinschrifl mit der Datierung ist abgeputzt. Indessen lassen sich Gesamlform und Dekorationsmolive, vor allem die bebänderten Festons zu seilen der traditionell gewundenen Säulen, mit unbedingter Sicherheit auf den Zopfstil des ausgehenden 18. Jahrhunderts festlegen. Was die inhaltliche Ausstattung anbetrifft, so treten zu den Säulen, Löwen, Kronen und Glöckchcn noch zwei Cherubimflügel und am unteren Rande die Geräte des Tempels, Gesetzestafeln, Bundeslade, siebenarmiger Leuchter usf., genau wie bei den Vorhängen für die Thorasch reine, hinzu. Beschau- und Meislerzeichcn sind bei R3 Nr. 2157 auf Fürth in Bayern lokalisiert. Interessant ist hier, daß wir auch oben, bei den zinnernen Scderschiisseln der letzten Vitrine an der rechten Schmalwand des Museums, schon Beziehungen zu Fürth feststellen konnten. Das Bcschauzeichen besteht aus einem nach links (heraldisch) geöffneten Halbmond mit einem E in der Öffnung im Kreis und dem Jahresbuchslaben N darüber, das Meislerzeichcn aus dem Monogramm IR auf einem rechteckigen Täfelchen mit klecblatlförmigem Henkel. Darüber ist das Feingehaltszeichen 13 angebracht. Auch die bei Rs angegebenen Arbeilen des Meisters IR sind Thoraschilder. Sicher handelt es sich um einen jüdischen Goldschmied. Rosenberg vermutet einen I. Rimonim, der allerdings in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts tälig gewesen sein soll, was ja nun wieder mit der Enlstehungszeit unseres Schildes nicht zusammengeht. Übrigens ist sowohl das Beschauwie das Meislerzeichen in Rosenbergs 3. Auflage verschlechtert, während sie in der 2. Aullage, Nr. 1440/41 richtig wiedergegeben sind. —Von zwei kleinen Thoraschildem aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das eine von Michel, Sohn des „verstorbenen" Mendel aus Kastell und seiner Ehefrau Miriam 18.32, das andere von Samuel Bondi und 23 Genossen 1835 gestiftet. Letzteres, eine recht primitive Arbeit, ist mit dem Mainzer Beschauzeichen, einem sechsspeiebigen Rad mit Krone darüber im Ilochrechtcck, der Meislerinschrift FOR¬ SCHINGER und dem Feingehallsstcmpel 13 versehen. Die Meisterinschrift findet sich bei R:J Nr. 3354. Indessen ist das Beschauzeichen in vorliegender Form dort nicht angegeben. Das ältere, sehr viel hübschere Schildchen entbehrt leider jeglicher Fabrikalionsbezeichnung. Die zwei Säulen, auf denen die Löwen mit der Thorakrone stehen, sind charakteristische, kannelierte und gebrochene Empiresäulen. Ein relativ mächtiger Biedermeierblumenkorl) zwischen den Sockeln der Säulen gibt der kleinen, zwanglos bescheidenen Gesamlerfindung einen .altväterlich gemütvoll heileren Zug. Zwei große, sehr einfach aber imponierend geformte Thoraau fsätze dürfen wohl als die ältesten ihrer Gattung angesprochen werden. Ihr großzügiger Aufbau in zwei Geschossen mit Glöckchen, einem halbkugeligen Bodenschluß und einem korbaiiigen, mit Kugel bekrönten Knauf macht eine Entstehung in der monumenlalisiercnden Barockepoche der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wahrscheinlich. —- In die Fünfziger- oder Sechziger jähre des 18. Jahrhunderls sind zwei Thoraaufsälze zu datieren, die in völlig atekfonisch empfundener, birnförmig gebauchter Umrißform, lediglich aus Rocaillewerk in durchbrochener Arbeit zusammengesetzt sind. Das ungünstig aufgestempclle Bcschauzeichen konnte ich nicht entziffern. Auch das Meislerzeichen, RH oder RR zu lesen, war bei R3 nicht aufzufinden. — Erfolgreicher in dieser Beziehung verlief die Untersuchung bei einem turmarlig gebildeten, mehrgeschossigen Aufsatzpaar mit Rosetlenverzierung und schreitenden Löwen als Bekrönung, das schon nach seiner Markierung gegen Ende des 18. Jahrhunderls entstanden sein muß. Es linden sich nämlich derselbe Halbmond mit dem K in der Öffnung und das IR im Rechlecktäfelchen, die wir bereits nach R3 Nr. 2157 bei dem oben besprochenen, im Zopfstil gehaltenen, großen Thoraschild für einen offenbar jüdischen Goldschmied aus Fürth feststellen konnten. Ein Jahresbuch-

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