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Menorah · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · p. 777

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Article
Ein Gang durch das Museum Jüdischer Altertümer
Date
1927-12-01
Page
777 (sequence 11)
Language
German
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Ecke aus der historischen Sdinmtuiuj des Vereines zur Pficye jüdischer Altertümer 1742 und von Moses Gedern und Frau geb. Hannover 17Ö9 gestiftet. Der eine ist ein zarlgelber Seidendamasl, brochiert mit Silber, Gelbroi, Weitögelb und Goldgell) in einer schräg einseitig verlautenden Musterung, deren genauere Beschreibung mit Schwierigkeiten verknüpft sein würde, da es sich zum größten Teil um abstrakte Motive handelt. Auffallend sind offene Dreiecke mit durchgesteckten Stäbchen, einer kleineren, oval in Silber gefaßten Blüte oben und einer großen, weichlappigcn Blume am unteren Ende der Zusammenstellung. Der andere, ein vielfarbig brochierter Seidenstoff mit hellerem Grunde, zeigt in der Hauptsache seltsam breilköpHg geformte Füllhörner mit überaus fein und durchsichtig gezeichnetem Band- und Blütenwerk und als Zwischenmuster fast horizontal verlaufende Bildungen von kakleenartigcm Charakter, die durch naturalistisch gegebene pflanzliehe Motive in Schrägrichlung immer mit den Füllhörnern der oberen Reihe verbunden sind. Sämtliche Motive tragen unverkennbar ostasialisches, im engeren Sinne japanisches Gepräge. Einzelne europäisch erscheinende Dekoralionselemenle in dem zweiten Vorhang lassen sich ohne weiteres durch die wechselseitigen Einflußbeziehungen, die im 17. und 18. Jahrhundert, der weiteren Enlslehungszeil unserer Stoffe, nicht nur vom Osten den Westen, sondern auch umgekehrt Ostasien durch das Abendland beeindruckt haben, erklären. Nach der Meinung des Herrn Ga?'l B. Ganz in Mainz, der mir in dankenswertester Bereitwilligkeit seine bewährte Kennerschaft in dieser Frage zur Verfügung gestellt hat, kann es sich indessen keinesfalls um ostasialische Originale handeln. Die durchaus europäische Webclechnik spricht für spanische, eher französische Nachbildungen, die jedoch in unmittelbarster Anlehjumg an die exotischen Vorbilder und in engster Zeitgenössigkeit mit ihnen ausgeführt worden sein müssen. Im Gegensatz zu fast allen übrigen Thoravorhängen des Museums, wenigstens zu den für die Gemeinde Mainz gestifteten, die aus durchgehenden Stoffbahnen gefertigt sind, ist hier der Stoff aus lauter kleinen Einzel-

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