Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Einige Aktenstücke aus der Franzosenzeit, die Mainzer Juden betreffend
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 750 (sequence 4)
- Language
- German
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750 MENORAH Abb. .2. Der 1*1(111 des .1 uden ricrtels i r>>n St. Far) 7S7.\ wi<- es von IMU ab bis ins ,':). Jahrhundert bestand. Fs iciid begrenzt links von der K la ra st ra /./<■, rechts ronder Flachsmarkl sf ra/.ic; in i 11 e ud urc Ii läuft als Querstraße die früher ..Offene" oder .A'ordcre J ude iifiassc", heute IJiicothofslrapc, vo>i St. Für //< - iKiiint: ,,'l-tuc da (iruud Sa u hed ri u." I.ii u()sd urch laufen die beiden acsehlosst neu .)' udc)\()usse n. die, Inutii/en ,,//inUre" tan deren eerhrcitertem Ausr/nno nach der Klaraslrape die J uden leaelie stand) und ,,'Vordere Sy ua</o</en slraßc" und in Fori sei zu nf/ der letzteren die M ari/a rel ensl ra p( . Z irischen den beiden Lün (jsst ru /Jen (Rues des Juifs) ist Ar. ■!!>.', das Ilos/iiee des Juifs und die S ijnat/of/e zu erkennen-, in deren Keller das frühere -/ uden bad von 1HH J bis JSll bestand. Riicksc/Iti d<:s Fckhauses der Ma nja rel e u - und JJiir. nliofst rape tftue du (iraud San heil r i n) irurde 7S/f neben dem Hospital des Juifs das neue ■Judenbad cincfcrichlcl. Auf dem Plaue ,Sf/i<'u wir )ioeh au iler Fcke. dt r Flaciismarkl- und Mar</arel eusl ra fle die St; Marf/arcicnka/xile, an deren Stelle in den Fä n fzi fterja h re n des Ii). J ah rhundert s die erste und dann die .'.weite, von Kreiss'uj, (jebaute Sj/iidf/oi/e dt,r israelitischen t-ft'l iifinn saesei/schaft errichte) irurde. Badewasser zu erneuern und von den Bestandteilen, die es von den benachbarten Kloaken als Sickerwasser empfing, zu reinigen. Aus dem oberen, mit überhitzter Moderluft angefüllten Kellerraum mußten die Frauen in den Unterkeller zu dem durch ihr Gesetz ihnen, vorgeschriebenen Bade hinabsteigen. War der Aufenthalt im Ankleideraum wie im kalten Bade auch noch so kurz, so war es unvermeidlich, die Keime aller möglichen Krankheiten in sich aufzunehmen; daher — so endet der im Original vorhandene Bericht des Hospitalarztes Dr. Burkard und des Ingenieur en chef St. Far vom 28. März 1811 — könne man sich nicht genug beeilen, das Bad in einen passenderen und gesundheitlich angemesseneren Raum zu verlegen und hygienisch einzurichten, das bisherige Bad aber unter polizeilicher Aufsicht zuschütten zu lassen. In dem anschließenden Gutachten über den Entwurf des verstorbenen Architekten llenrion erwähnt Sl. Far, nach seiner Kenntnis schreibe das jüdische Gesetz strenge vor, daß die Frauen in natürlichem Wasser, sei es Regen- oder Brunnenwasser, welches nicht auf mechanischem Wege in das Bad geleitet werden dürfe, baden müßten.