Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Einige Aktenstücke aus der Franzosenzeit, die Mainzer Juden betreffend
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 749 (sequence 3)
- Language
- German
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EINIGE AKTENSTÜCKE AUS DER FRANZOSENZEIT 749 Abb. 1. Das Judenbad van HiS'f bis zum Jahre JSft und der Enfuurf von irairion für ein neues im Hause D. V'<s. ser Plan kam nicht zur Ausführung, weil der Architekt inzwischen verstorben war, und weil eine große Zahl der jüdischen Familien sich weigerte, zur Neueinrichtung des Bados beizusteuern. So blieb alles beim allen, und die bösen Folgen des Mangels an Hygiene zeigten sich immer mehr in schweren Gesundheitssebädigungen der jüdischen Frauen, Verlust des Augenlichtes, des Gehörs, in rheumatischen Leiden und dergleichen. Auf die wiederholten Klagen schritt der Präfekl ein und forderte in obengenantem Schreiben den Bürgermeister auf, durch den Hospilalarzt der Stadt und den Oberingenieur St. Far eine Besichtigung vornehmen und je einen Bericht darüber anfertigen zu lassen, damit er auf Grund dieser vom Bürgermeister milunterzeichneten Berichte die Entscheidung des Ministers herbeiführen könne. Die Besichtigung kam zustande. Joseph Cassel, einer der Vorsteher der jüdischen Gemeinde, führte die beiden Beauftragten durch einen kleinen Hof in einen gewölbten Keller unter der Synagoge. Hierhin konnte kein Sonnenstrahl gelangen, auch war keine Lüftung möglich. Deshalb herrschte dort eine derartig beklemmende feuchte Luft mit Modergeruch, daß sie den beiden Besuchern selbst für die kurze Zeit ihres Aufenthaltes darin schwer zu ertragen war. Dieser Keller von 3-82 auf 4-Mi Meter hatte im Scheitel seines Tonnengewölbes nur 2-20 Meter Höhe und diente als Aus- und Ankleideraum. Fr war mit Holzbänken und einem gußeisernen Ofen versehen. Eine qualmende Lampe erhellte ihn notdürftig. Von hier aus führte eine Treppe von 14 Stufen zu dem eigentlichen Bade, in einen Unterkeller in der Art eines Brunnenschachtes, mit Grundwasser von wechselnder Höhe angefüllt. Fs bestand nicht die Möglichkeit, dieses seit vielen Jahrzehnten dauernd benützte