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Menorah · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · p. Seite 748

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Article
Einige Aktenstücke aus der Franzosenzeit, die Mainzer Juden betreffend
Date
1927-12-01
Page
Seite 748 (sequence 2)
Language
German
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748 MENORAH Durch das kaiserliche Dekret vom 17. März 1808 ward den Juden eine Konsislorialverfassung gegeben (vergl. Salfcld a. a. (). Seile 72). Hier folgt nun noch die Abschrift des Aktenstückes vom 7. Februar 1809 im Mainzer Stadtarchiv mit der Ernennung der Mainzer Abgeordnelen für das Konsistorium des Departements vom Donnersberg. Reg. Gai 1382S Division Mayence, le 7 fevrier an 1809 d'Administration generale. Le riefet du Departement du Mont-TonneiTre au Maire de Mayence. J'ai l'bonneur de vous prevenir, Monsieur, que. par nrrete de S. E. le Ministie de l'Interieur en date ä\\ 26 janvier 1809, les Sieurs Loeb Lorch, S. Seligenstadt, H. Hein ach, I5enoit V vi e (1 h e rge r, Joseph Cassel, ßaphaül B i s chof s h e im er, L. W i n t z i n g e r, B e n o i t Loeb, Joseph Y r i e dberger, J. Carlebach, L. Schlesinger et S. Schlosser, tous domiciliesa Mayence, sont nomim's notables de 1'aiTondissement consistorial du culte jucla'ique dont le chef-lieu est en cette ville. Je vous invite ä leur faire parfc de cette designation, et a les prevenir que les Notables s'assembleront le 22 du present mois, afin de concourir ä Telection des membres du Consistoire, conformement a l'art. y du decret imperial du 17 mars 1808. J'ai rhonneur de vous saluer Jeanbon St Andre. Ans Akten zum Neubau des Juclenbacles im Jahre IS11 Die nachfolgenden Ausführungen erheben nicht den Anspruch einer abschließenden Bearbeitung der Frage des Neubaues des Judenbiides im Jahre 1811, sondern sollen nur den Hauptinhalt einiger nicht uninteressanter Aktenstücke aus dem Mainzer Stadtarchiv wiedergeben, die sich sicherlich durch Archivalien im Besitze der israelitischen Gemeinde ergänzen lassen, und sollen zur weiteren Forschung zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Mainz anregen. Durch die jüdische Religion ist bekanntlich das rituelle Bad vorgeschrieben. So entstanden schon im Mittelalter überall dort, wo größere jüdische Gemeinden sich angesiedelt hatten, Badeanlagen. Bis auf den heutigen Tag erhallen sind derartige Bauten als kunst- und kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten die beiden romanischen Judenbäder in Speyer und Worms und das frühgolische in Friedberg in der Wellerau mit seiner interessanten Bogen- und Treppenkonslruktion aus dem letzten Viertel des i'>\. Jahrhunderts. Auch in Mainz ist uns ein solches Judenbad aus dem Mittelaller überliefert, das ..Kalt Bndt'\ das inmitten des mittelalterlichen Judenviertels, zwischen Emmeran-, Schusterst ruße und Flachsmarkl, an der Sladlhausslraße stand*!. Als durch das Dekret vom 5. Juli l()f>2 die Juden gezwungen wurden, sich zusammen in einem neuangeleglen Ghetto niederzulassen, wurde zugleich mit dem Bau der neuen Synagoge, die im Jahre 1 (i84 fertig war, auch in deren Keller ein Bad eingerichtet. (Vergl. den Plan des Judenviertels von St. Far aus dem Jahre 1811 oder 1813. Abbildung 2.) Von diesem Bad besitzt das Stadlarchiv einen Plan aus dem Jahre 1811. der in Abbildung 1 wiedergegeben ist. Daß es sich aber damals in einem höchst unhygienischen Zustande befand, erfahren wir aus einem Schreiben des französischen Prüfekten des Departements vom Donnersberg, Jean-Bon St. Andre, vom 2H. März 18L1 an den Bürgermeister der Stadl Mainz, Konrad Macke. Von jüdischen Gemeindeini Igliedern waren deswegen wiederholt Gesuche um Alihilfe an den Präfeklen gerichtet worden. Dieser hatte sie zu einem Neubau aufgefordert, woraufhin eben die Gesuchsleller sich von dem Architekten Ilenrion einen Bauentwurf für die Neueinrichtung eines Bades in einem der israelitischen Gemeinde gehörigen Hause hatten anfertigen lassen. Ks ist dies das Haus Nr. D 408, heule Vordere Synagogenstraße 12. hinter der damaligen Synagoge gelegen (vergl. Plan des Judenvierlels. Abbildung 2). Hier beabsichtigte Ilenrion (vergl. Abbildung 1, rechte Seite) ein neues Bad einzurichten mit der Möglichkeit der Entleerung des Wassers durch kommunizierende Röhren und eine Pumpe. Allein die- *) Vergl. Sigmund Salfekl: „Die Mainzer Judenrrben", in Mainzer Zeitschrift, Jahig. V2 13, IRITIS, S. lf.i, Nr. 28a.

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