Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Das Haus des Kalonymos und der Reichtum des Humbert zum Widder
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 737 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Oviedo 1× ep/1045398
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HAUS DES KALONYMOS 737 mit den älteren Teilen des Domes aus dem XI., ja sogar dem XII. Jahrhundert zusammenstimmen. Und er stellt fest, „Im Ornament klingen entschieden frühmittelalterliche Erinnerungen aus der Kunst des byzantinisehen Ostens an, wie jener Kopf in dem Strahlendiskus*4. In diesen Kunstkreis verweist er auch die Adlerform. Schließlich weist er noch darauf hin, daß die Dekoration der Seiten häufig in der ravennalischen und frühitalienischen Kunstweise angewandt wird. So kommt er zu der Datierung frühromanisch. Sie noch näher zu begründen ist Pflicht, da seil dem eine abweichende Datierung vorgeschlagen wurde. So hat Lindenschmit2), Schneider vollkommen ignorierend, kurz erklärt: „Die Kunstformen der Säulen weisen auf das XI. bis XII. Jahrhundert als Ursprungszeit des Baues/' Begründet hat er das weiter nicht, für das Einzigartige des Bildwerkes hat er kein Wort. Das wichtige technische Detail, daß die Säulen in eingetieften Lagern saßen, erwähnt er, ohne zu sagen, daß das, wie Schneider schon richtig bemerk le, eine römische, aber keine mittelalterliche Baugewohnheit ist. Demgegenüber ist zu bemerken, daß für den Schmuck des Fensters im ganzen XII. Jahrhundert keine schlagenden Parallelen zu finden sind, aber auch schon im späten XI. nicht. Man kann Schneider nur beistimmen, wenn er auf den motivischen Anklang an die Elfenbeinplastik in dem ,.Disknsbild" hinweist und ergänzend sagen, daß die ganze subtile, feine Arbeit an jene erinnert. Was verwandte Stücke am Mainzer Dom anlangt, so ist zu sagen, daß hier vor allem der Kämpfer vom Zugang zur Krypta") herangezogen werden muß sowie die ihm verwandten Kapitelle. Gerade bei jenem hat man ja sehr stark den Eindruck, daß er entweder der Rest eines nicht zu Ende geführten Dekorationsplanes ist oder ein wieder verwendetes, älteres Stück. Eins aber kann man auch am Mainzer Dom nicht finden: die Granulierung am unteren und das Elechtwerk am oberen Abschluß des Kapitells. Dieses, sehr seltene Motiv kommt nun aber besonders häufig in der Kunst der Westgoten in Spanien vor, die unserer karolingisch-ottonischen entspricht. Haupt4) gibt davon eine Menge Beispiele aus Oviedo. St. Maria de Naranko, Val de Dios, S. Miguel de Lino, Sta. Christina de Lena und Barcelona. Für die Dekoration des Fensterpfeilerehens aber sei auf die Schranken der aus dem VIII. Jahrhundert, stammenden Peterskirche in Metz hingewiesen, von wo auch noch ein Kapitell mit einem Büstchen erhalten ist. Hier in Mainz aber steht unserem Fenster zweifellos das Hatto-Fenster aus St. Mauritius im Diözesanmuseum am nächsten, das um 900 anzusetzen ist und neben jenem das einzige in Mainz erhaltene Beispiel einer aufwendigen Fensterdekoration aus dem frühen Mittelalter ist. Und was Bode über die frühe italienische Plasik sagt, trifft durchaus auch auf die Ausschmückung des Fensters zu „der bildnerische Schmuck der kirchlichen Monumente hat entweder rein ornamentalen Charakter oder die Bildwerke tragen auch im großen den Stil der Kleinkunst''"). Seit Schneider aber hat sich in Mainz noch ein weiteres wichtiges Beweisstück für seine frühe Datierung gefunden. Ihm war schon die sehr verschiedenartige Behandlung von Sockelstück und Kapitell auf-