Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Der alte Friedhof
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 719 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2912821-2912866-2912878-2921048--05857-2921198- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
DER ALTE FRIEDHOF 719 Mainzer Gräberslälte gefunden, auf dem rrsr.n rrrrstr* ,halbfreie Sklavin', geschrieben stand; und seine Jahreszahl war vom Tage seiner Errichtung bis zu diesem Tage (dem Tage der Auffindung) 1100 Jahre." Das wäre ungefähr das Jahr 300. Es ist interessant, daß dieser Hinweis auf die Existenz einer jüdischen Gemeinde in*Mainz auf dieselbe Zeit weist, wie die Bezugnahme des Codex Theodosianus auf das Vorhandensein von Juden in der alten Rh ein Stadt Köln. Einen weiteren alten Bericht über den Mainzer Friedhof gibt uns das erste Seelengedächtnis des alten Mainzer Memorbuchs. Dort wird noch vor den Namen Rabbi Gersom Meor Hagola, R. Simon Hagado], Raschi und seine Enkel, R. Jakob und R. Samuel, ein Ehepaar genannt, M a r S a 1 o m o und M a r a t Rache I, von denen neben anderen Ruhmestaten gesagt wird N*i*::e^ nmpn rrn upC*, ,,welche die Begräbnisstätte in Mainz angekauft haben". Ursprünglich stand 1D nm: lSam mSnpn msy irrar Sm rra nzbv. Die Worte mSnpn nnv Trrcw wurden dann durchstrichen und darüber geschrieben nr.2pn VjpZ* tiVttßZ Dr. SigmundSalfeld in seiner verdienstvollen Abhandlung „Der alte israelitische Friedhof in Mainz" weist mit Recht darauf hin, daß die Titulatur ,,Mar" eine sehr alte sei. die gegen Ende des 12. Jahrhunderts außer Gebrauch gekommen ist. (Die Erbauer der Wormser Synagoge, Tm p 2pr **£ und Sm rrs, werden 4794 (1034) mit denselben Titulaturen genannt.) Was sagen nun die Worte nnpn m upir? Daß Mar Salomo und Marat Rachel die ursprünglichen Erwerber des Friedhofs gewesen, scheint ausgeschlossen. Es hätte heißen müssen p'Tizb yp*p 1« mir Ijptr, „die ein Feld oder Grundstück zum Begräbnisplatz gekauft haben". Auch Salfelds Vermutung, sie hätten ein Grundstück zur Erweiterung des Friedhofs erworben, befriedigt nicht. Meine Ansicht ist, sie haben bei einer Neuansiedlung der Juden in Mainz das alte, durch seine Grabsteine kenntliche Bei Olam aus der Hand der damaligen Inhaber des Grundstückes gekauft. Während der Stürme der Völkerwanderung war nämlich das römische Moguntiacum zerstört worden und auch die dortige jüdische Siedlung verschwunden. Als nun einige Jahrhunderte später Juden sich im wiedererbauten Moguntia niederließen, übergaben nach Ankauf desselben Mar Salomo und Marat Rachel den uralten Friedhof wieder seiner Bestimmung. Möglich ist auch die Deutung, daß die beiden ja wegen ihrer Aufhebung feindlicher Edikte gerühmten Ehegatten den Friedhof ankauften, den eine gegnerische und geldbedürftige Regierung den Juden abgenommen hatte. Die Nennung