Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Der alte Friedhof
- Date
- 1927-12-01
- Page
- 718 (sequence 1)
- Language
- German
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DER ALTE FRIEDHOF Die Mainzer jüdische Gemeinde ist Hüterin eines uralten Heiligtums, wie sich nicht viele in Mitteleuropa finden, es ist dieses die Begräbnisstätte, die sich von der Mombacherstraße iiinauf bis zur Höhe der Wallstraße erstreckt. Seit zirka 1300 führt sie in Akten den Namen Judensand. Bis zur Mitte der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, da die alten Festungsmauern fielen, um die längst nötig gewordene Stadterweiterung zu ermöglichen, lag dieser uralte Friedhot außerhalb des Stadtgebietes. Dieser Umstand allein schon verbürgt das hohe Alter. Im Mittelaller finden sich auch die j ü di s c h en Friedhöfe innerhalb der Stadt oder gleich vor derselben. Denken wir nur an die berühmten alten Friedhöfe in Frankfurt am Main und Prag, die direkt vor dem Juden viertel lagen. Der noch viel ältere, längst verschwundene Frankfurter Friedhof lag mitten in der Stadt. Der Umstand, daß der unlängst wieder aufgefundene mittelalterliche Kölner Friedhof, der weltberühmte Wormser und auch der Mainzer, weit außerhalb des Stadtgebietes lagen, weist darauf hin, daß dieselben zur Römerzeit angelegt wurden. Es ist bekannt, daß die Römer ihre Toten längs der Landstraßen außerhalb der Städte beerdigten. Wir denken uns nun, daß in Köln, Worms und Mainz die Römer die eigenen Friedhöfe näher der Stadt zu anlegten, und daß in deren Fortsetzung das ,,ewige Haus'1 der Juden zu suchen ist. In der Tat hat man in Mainz einen großen Römerfriedhof an und oberhalb der Mombacherstraße aufgedeckt, der sich bis nahe an den alten jüdischen Friedhof hin erstreckt, der somit als Fortsetzung der alten römischen Gräberstätte erscheint. Im Mittelalter, als die Friedhöfe in das Innere der Städte vor die Kirchen verlegt wurden, verließ man allgemein die altrömischen Begräbnisstätten. Nur die Juden, die auf fTDtf *Ap, auf die Bestattung neben den Gräbern der Vorfahren, hohen Wert legten, blieben dem alt ehrwürdigen Begräbnisplatze treu. Die in den Likutim am Ende des Sefer Maharil von Salman St. Goar zitierten WTorte seines Lehrers Maharil, der von zirka 1388 bis 1426 Mainzer Rabbiner war, und der den alten Mainzer Friedhof bis mindestens an den Anfang des 4. Jahrhunderts der üblichen Zeitrechnung zurückreichen läßt, sind deshalb weder erstaunlich noch unwahrscheinlich. An der angeführten Stelle des br^ö -,£D heißt es: trvan 'vn nann nnst? na ama '\m kmjö nnapa nnx nax» ikxö vöm nns nyzw n^s ♦n:ts> rr.tffc kbs avn in*.« t; r^pr^ cvö ,,Er sagte, man habe einmal in seinen Tagen ein Grabdenkmal auf der