Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Sonderheft Magenza
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 715 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ZUR EINFÜHRUNG 715 Siegelabzug des Erzbischof-Kurfürstcn Koiirads III. {1419—1434) Präsentanten jenes Familien- und Gemeindegeistes, der sich als die pietät- und gemütvolle Wärme und Traulichkeit bei den deutschen Juden bis in den Anfang des XIX. Jahrhunderts hinein erhalten haf. Dabei war er ein Mann, der die Welt gesehen hatte. Er hatte sich nicht nur Wissen an den verschiedensten damaligen jüdischen Hochschulen angeeignet, so daß er die Lehrautfassung der Vorzeit kannte; ihm war auch das Leben und Treiben seiner Zeit im weitesten Umfange vertraut. Auf Entscheidungen und Gewohnheilen in Österreich und Bayern, wie auch in der Lombardei, weiß er ebenso auszugreifen, wie auf die Gepflogenheit des Ober- und Unterrheinkreises. Er wird also seine Lebenseinstellung mit Lebenserfahrung und Urteilskraft bestimmt haben. Ein ungelöstes Rätsel ist bei dieser Gesamteinstellung Maharil's die Tatsache, daß dieser Rabbiner, der seine segensreiche Tätigkeit als Lehrer und seinen wirksamen Einfluß als Prediger über ein Menschenalter in der einen Gemeinde Mainz ausübte, wobei erwähnt sei,