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Menorah · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · p. Seite 710

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Article
Sonderheft Magenza
Date
1927-12-01
Page
Seite 710 (sequence 6)
Language
German
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710 MENORAH Juden an sich riß und die Leichensteine zu einem Bau am Rhein verwendete, wahrend das Friedhofsgelände zum Weinberg umgepflügt wurde. Zwar setzte der Erzbischof Dielher von Erbach, der gegen diese Eigenmächtigkeit des Rats auftrat, die Rückberufung der Juden nach Mainz durch; als aber im Jahre 1462 der Erzbischof Adolf von Nassau über seinen Gegner Dielher von Isenburg siegle, wurden die Juden zur Strafe für ihre Treue, die sie Diether bewiesen hatten, aus der Stadt endgültig vertrieben. Wenn in der folgenden Zeit Juden auch vereinzelt Aufenthaltsrecht in Mainz erhielten, so kann doch von einer Neugriindung der bis zum heul igen Tage fortbestehenden Judengemeinde in Mainz erst im Jahre 1583 wieder die Rede sein. In die letzten Jahrzehnte vor dieser Vertreibung im Jahre 1438 (1462) fällt nun die rabbinische Tätigkeit des Mannes, dessen Gedenken dieses Heft mit gewidmet sein soll: des Morenu Horav R. Jakob ben Mosche Halevi, der nach den Anfangsbuchstaben dieses Gesamtnamens auch kurz M a h a r i 1 genannt wird. Kurz vor seinem Tode (1427) übersiedelte er nach Worms, wo auf dem alten Friedhofe der Gemeinde sein Grab zu finden ist. Über das Leben dieses Mannes sind zwar kurze Teildarstellungen in großer Zahl zu verzeichnen15). Eine Gesamtdarstellung seines Schaffens und seiner Bedeutung fehlt aber bisher. Hier sei als Auszug einer von mir vorbereiteten Biographie dieses Mannes Wesentliches zusammengefaßt. Weder Geburtsort noch Geburtsjahr des Maharil steht fest. Wir wissen nur, daß sein Vater Mose bar Jekuticl Halevi „Mulin" in Mainz lange Rabbiner war und dortselbst im Jahre 1387 starb. Er hat bei einer im Jahre 1381 in Mainz stattfindend! Rabbinersynode eine Verordnung als erster unterschrieben. Aber vielleicht darf uns der dem Vater eigene Beiname „Mulin" — der sich vielleicht sogar an der betreffenden Stelle auf den Großvater Jekutiel bezieht — und der sich auch bei unserem Maharil findet, auf eine Fährte über die Herkunft bringen. Man hat dieses Wort zu deuten gesucht, indem man las Miwalen (aus Wahlen bei Köln); und Güdemann will in diesem Mulin oder Möllin eine zusammengezogene Form für Moschelin erblicken, so daß dieser Beiname bedeutete: Das kleine Moseslein. Zufällig findet sich auch die gleiche Nebenbezeichnung bei einem anderen Juden namens Mose. Aber auffallend ist doch dabei, daß zwei (oder drei?) Generationen mit demselben Beinamen belegt sind, obwohl doch nur Maharils Vater Mose heißt. Auffallenderweise hat man nun das Waf in diesem Worte nicht als ü gelesen, obwohl dies in sehr vielen Worten bei der Übertragung aus der hebrä-

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