Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Sonderheft Magenza
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 709 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ZUR EINFÜHRUNG 70!) und Rabbiilat Oppenheim war jedenfalls, obwohl ein Rabbiner (rS3t^ iHmE) dort war, damals an Mainz angegliedert. (Sefer Maharil. Jomim scheben Pessach lisch' vuoth.) Ebenso ungeklärt sind auch die Bezeichnungen ,,Chachme Lothaire", „Chasside Aschkenas", ,,Chachme Rhe(i)nus" in ihrer örtlichen und zeitlichen Abgrenzung. Das Ende des XIII. Jahrhunderts brachte aber bereits wieder eine weilgehende Schädigung, vielleicht sogar eine Vernichtung der Judengemeinde. Schon einige Jahre vor jenem Versuch des R. Meir von Rothenburg (1286), dem Druck, der auf den Juden lastete, dadurch zu entgehen, daß er die Juden außer Landes führte, finden wir in Mainz Zeichen schwerer Judenverfolgungen. Ein Grabstein gibt uns Kunde davon, daß der betagte R. Meir b. Avrohom im Jahre 128112) als Märtyrer fiel „an einem Tage, an welchem das Gotteshaus verbrannt und die Thorarollen zerrissen wurden". Die mit Gewalt zurückgehaltenen Juden mußten für ihren Fluchtversuch unter den Vergeltungsmaßnahmen des Rudolf von Habsburg und seiner Helfer bitter leiden1"). Materielle und ideelle Werte der Judengemeinde Mainz sind in einem für die damalige Zeit bedeutenden Ausmaße verloren gegangen. Hochschulen und Synagogen mit dem dazugehörigen Gelände wurden ohne Rechtsverhandlungen mit den Juden konfisziert14) . Die erste Erwähnung einer Mainzer Synagoge datiert aus dem Jahre 1093. Im Jahre 1096 ging diese, von dem gewaltsam getauften Vorsteher Mar Isak angezündet, in Flammen auf, wobei dieser Vorsteher mit seinen Angehörigen selbst den Tod fand. Im Jahre 1188 linden wir erneut Kunde von einer Synagoge, in welcher der R. Jehuda b. Kalonymos zur Zeit Friedrich Barbarossas wirkte. Die oben erwähnte, im Jahre 1281 bei dem Pogrom eingeäscherte Synagoge blieb nach der Rückkehr der Juden und Wiederinstandsetzung durch diese Eigentum der Judengemeinde, wurde also nicht, als „Judenerbe" konfisziert und scheint in Gebrauch geblieben zu sein, bis sie zur Zeit des schwarzen Todes, im August 1349, ebenfalls verbrannte. Es scheint also kaum ein halbes Jahrhundert nach der Verfolgung zur Zeit des Rudolf von Habsburg den Juden eine ruhigere Zeit gegönnt gewesen zu se;n. Und als jene Verfolgungen um die Mitte des XIV. Jahrhunderts allmählich abflauten, durften die Juden, freilich auch diesmal nicht ganz ohne Bedrückungen, etwa ein Jahrhundert lang versuchen, die Not und die Armut zu überwinden, bis dann im Jahre 1438, in der Zeit Albrechts des Zweiten, der Rat der Stadt Mainz den Juden den Aufenthalt in dieser Stadt unmöglich machte, den uralten Friedhof der