Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Sonderheft Magenza
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 707 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
ZUR EINFÜHRUNG 707 seinem Bußgebel (für den 6. der Selichoth-tage) Elecho nikro ojaum wenauro einen fast protokollarisch gehaltenen Bericht über die damaligen Vorgänge überliefert hat. Gerade das hieher gehörige Selieho- Material läßt einen Zweifel darüber auftauchen, ob als Urheber dieser Verfolgung im Jahre 1012 der Kaiser Heinrich IL anzusehen ist (wie Graelz und Dubnow meinen), oder ob nicht vielmehr diese erste Judenverfolgung auf deutschem Boden mit dem Versuche des Mainzer Erzbischofs, eine deutsche Nationalkirche unter der Führung von Mainz zu schallen, in Verbindung steht. Daß die Verfolgung nur in Mainz erfolgte und nicht auch anderwärts, läßt auch auf lokale Einflüsse schließen. Diese Unterbrechung in der Entwicklung der Gemeinde, deren geschichtliche Begründung, wie gesagt, noch nicht geklärt ist, konnte aber die Entfaltung zu einer außergewöhnlichen Blüte nicht verhindern. Im Verlauf der nächsten Jahrzehnte finden wir vielmehr gerade in Mainz, fast gleichzeitig oder kurz nacheinander, Männer von solcher Bedeutung, daß durch sie die Mainzer Gemeinde zum Mittelpunkt jüdischen Lebens am Rhein und Ausgangspunkt der jüdischen Lehre für einen großen Umkreis wurde. Neben den genannten R. Schimon bar Jizchok und Rabbenu Gerschom lebte hier der alte Lehrer Raschi's, iL Jakob b. Jakar (gestorben 1064)7), über dessen Bedeutung hier keine Ausführungen gemacht zu werden brauchen, und ein Gelehrter, R. Jakob b. Menachems), den wir im Raschi-Kommentar zum zweiten Buche Mose, Kapitel 3, Vers 19, erwähnt finden und der nach seiner von Raschi dort erwähnten Auslegung ofl'enbar gern das Targuni zur Erklärung des masoretischen Textes herangezogen hat. Es darf wohl als erwiesen betrachtet werden, daß dieser R. Jakob b. Menachem identisch ist mit dem Rabbi, als dessen Todesjahr ich nach seiner Grabsteininschrift 1084 festgestellt habe0). Wenn wir mit diesen vier Namen vier bedeutende Lehrer aus einer engbegrenzten Zeilspanne benannt haben, so ist damit durchaus nicht die Gesamtzahl der aus jener Zeit bekannten Größen erschöpft. So sei nur auf Elieser b. Nathan (Horaven), Kalonymos 1). Jehuda und David b. Schemuel Halevi hingewiesen, welche ebenfalls noch in das Ende des XL Jahrhunderts zu zählen sind. Und man braucht nur die Liste der im Jahre 1096 bei Beginn des ersten Kreuzzuges in Mainz hingemordeten Märtyrer durchzugehen, um die stattliche Anzahl der Lehrer und Führer jener Tage zu kennen10). (Den Anfang dieser Liste bringen wir in einer Reproduktion als Titelblatt dieses Sonderheftes.)