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Menorah · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · p. Seite 706

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Article
Sonderheft Magenza
Date
1927-12-01
Page
Seite 706 (sequence 2)
Language
German
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706 MENORAH daß wir mit dieser heutigen Veröffentlichung nicht etwa eine anschließende geschichtliche Gesamtdarstellung des jüdischen Mainz beabsichtigen; daß wir vielmehr an verschiedenen Teilgebieten diescr Geschichte auf Fragen hinweisen, die der Lösung noch bedürfen oder immer wieder aufgeworfen werden müssen, weil neues Material zu berücksichtigen oder weil neue Einstellung zu allem Material geboten ist. Schließlich aber wollen wir mit diesem Sonderheft zugleich das Andenken eines Mannes würdigen, dessen fünfhundertsten Todestag der Herbst dieses Jahres gebracht hat und der als verdienstvoller Rabbiner der Gemeinde Mainz von nachhaltiger Bedeutung für das Judentum Deutschlands gewesen ist: des M a h a r i 1. Betrachtet man die Geschichte der Juden in Mainz, wenigstens in großen Zügen, so wird man zumindest vier Zeitabschnitte festzustellen haben: Die älteste Zeit umfaßt hiebei die in die Römerzeit fallende Erstansiedlung der Juden. Sie ist infolge mangelnder Dokumente in noch fast völliges Dunkel gehüllt, wenn wir auch für die erste Hälfte des IV. Jahrhunderts (an dem Cod. Theodos.) einen Beweis für das Vorhandensein einer Judengemeinde in Köln besitzen und schließen dürfen, daß um dieselbe Zeit in der weiter südlich gelegenen Niederlassung der Römer Moguntiacum gleichfalls sich Juden im Gefolge des römischen Heeres angesiedelt haben. Hierüber hoffe ich demnächst an anderer Stelle einige Hinweise zu bringen. Die spätrömische und nachrömische Zeit gibt uns keine Zeugnisse über das Vorhandensein von Juden in dieser rheinischen Gegend, was natürlich ihr Vorhandensein nicht ausschließt. Die unruhigen Jahrhunderte von der Völkerwanderung an haben die Dokumente und die Siedlungen vernichtet. Eine Zeit, über die wir wenigstens einige Andeutungen besitzen, beginnt mit der karolingischen Periode. ZwTar ist die Übersiedlung der Kalonymiden von Lucca nach Mainz zeitlich noch nichf einwandfrei festgestellt3), aber ohne Zweifel beginnt mit dem X. Jahrhundert eine geschichtlich erfaßbare Zeit für die Juden in Mainz. Vor dem Jahre 1000 ist bereits eine Blütezeit dieser jüdischen Gemeinde nachweisbar, die durch die Namen Jehuda b. Meir hakohen (R. Leon) und Meschullam ben Kalonymos4) gekennzeichnet ist; im Jahre 1012 erfolgte hier bereits die erste, wenn auch kurze Verfolgung und Vertreibung einer jüdischen Gemeinde auf deutschem Boden. Bedeutende Zeitgenossen dieser Vertreibung waren R. Schimon b. Jizchok5) und Rabbenu Gerschom bar Jehuda0), ,,die Leuchte des Exils'*', der uns in

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