Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 11 (November 1927)
- Article
- Schibche ha-Zaddikim
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 687 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2912821-2912866-2912877-2920875--05768-2920990- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
S C H I B C H E HA-ZADDIKIM 687 ,,Der Löwenrcitrr' Miniatur aus Huer Ha^udali (XIT\ im Britische,i Museum i Namen der Kirchenväter Ambrosius und Hieronymus7) .Eine Jungfrau wird zur Zeil der Verfolgung in ein Schandhaus gesteckt, weil sie den Götzen nicht opfern will. Da erscheint, ein Löwe und trägt sie davon. Es ist wohl unmöglich, die Legenden der nordafrikanischen Heiligen mit diesen in Berührung zu bringen, obwohl das Motiv sehr ähnlich ist. Wie der Löwe in der christlichen Legende die Keuschheit der Jungfrau und in der spätjüdischen die Sabbatruhe der Heiligen behütet, so Tin den wir im pal. Talmud die Nachricht, daß Löwendas(ietreideeinesMannes, der nach Jerusalem gewallfahrtel war, vor Dieben behüten8). Die nämliche Vorstellung war auch in Babylonien heimisch. IL Safra zog mit einer Reisegesellschaft, die von einem Löwen beschützt worden war'.). R. im Namen des R. Josef, daß in der Danielerzählung (c. 6. in Gestalt eines steinernen Löwen herabgefahren sei und an der Ölfnung der Grube gesessen habe10). Verwandlungen in Löwen sind auch anderweitig belegbar und hängen mit dem dämonischen Charakter des Königs der Tiere zusammen11). Wahrscheinlich haben wir in unseren Legenden eine alte Reminiszenz an die Hilfe, die Leiwen und Schlangen im Dionysosmythus in der Gigantomachie dem Golt leisten. Diese Unterstützung wird oft dargestellt und ist so dem Volke geläutig geworden12). Das Auftreten der Schlange in der Alfasi- Legende dürfte auf die Vorstellung des Gegensalzes zwischen diesen beiden Tieren zurückgehen15), der aber hier auf übernatürliche Weise ausgeglichen wird. Selbst Schlange und Löwe, die doch als Feinde gedacht werden müssen, vereinigen sich, um dem Heiligen Hilfe zu leisten. Die Hilfe des Löwen kann auch mit den zwei Löwen in Verbindung gebracht werden, die im Kultus und Ritus die Gottesmutter, rechts und links, flankieren14). Es ist nicht undenkbar, daß wir in diesen Legenden Reste alter Mythen und Mischungen aller Reminiszenzen vor uns haben. Hier muß noch auf Maaseh Buch Nr. 138 und Gasters Exampia Nr. 103 verwiesen werden, wo die Geschichte in einer abendländischen Form erscheint. Die drei Gelahrten sind hier keine Palästinapilger, sondern Kaufleule. Zwei von ihnen setzen ihre Reise fort, der Ghasid bleibt zurück. Statt eines Löwen wird er von einem Bären behütet. Die Sabbalbrecher werden von zwei Räubern beraubt, der Sabbathüter von ihnen belohnt. Der Bär begleitet den Ghasid bis zu seinem Wohnort. ■/■/) Huna sagl ein Engel