Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 11 (November 1927)
- Article
- Schibche ha-Zaddikim
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 686 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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686 MENORAH und Tlemcen. Baruk ben Zalman Faitusi4) erzählt folgende Geschichte von unserem Helden: Auf der Wanderung wurde Efraim vom Sabbat überrascht an einem Orte, wo Löwen und Schlangen hausten. Der Heilige wollte den Sabbat nicht entweihen und übernachtete am Platze. Er blieb ganz allein, denn seine Genossen wollten sich der Gefahr nicht aussetzen. Die Dunkelheit bricht heran, die Löwen brüllen, da kommt ein Löwe, fürchterlich und mächtig, setzt sich vor den Rabbi hin wie ein Hund vor seinen Meister. Die wilden Tiere meiden die Stätte. Der Löwe silzt dort bis zum Sabbatausgang. Eine Schlange liegt im Munde des Löwen. Der Löwe bedeutet dem Rabbi, er möge nur aufsteigen. Der Rabbi setzt sich auf den Löwen, der ihn nach Tlemcen bringt. Dort erkannten die Leute die Heiligkeit des Mannes5). Sonderbarerweise haben wir eine ganz ähnliche Geschiehle in unserem „Sehibhe h a - Z a d d i k i m", ediert von David Eidan0). Der Held ist aber nicht Efraim Alna qua, sondern Maasud el-Fasi. Dieser halle den Entschluß gefaßt, mit anderen Heiligen ins Gelobte Land zu ziehen. Die Genossen waren Aron Perelz und Simon Labia. Sie reisten durch die Wüste, als der Sabbat einfiel. Die Gesellschaft wollte wegen der Löwen und wilden Tiere nicht in offener Wüste rasten. Sie setzten trotz des Sabbats ihre Reise fort. Nur el-Fasi blieb in der Wüste zurück und wollte nicht den Sabbat entweihen. Ohne Bangen ließ er sieh an einem bestimmten Platze nieder. Er machte mit seinem Stabe einen Kreis und saß daselbst mit seinem Diener, der bei ihm geblieben war. Der Fromme verrichtet sein Gebet, als stünde er in einer großen Synagoge, spricht den Segen über den Wein. Da hört der Diener das Brüllen der Löwen und fürchtet sich sehr. Ein Löwe kommt und der Rabin beruhigt den Diener: ,,Fürchte dich nicht! Der Löwe wurde1 uns von Gott als Hille bestimmt!'' Der Löwe lagert sich am Rande des Kreises. Der Rabbi wäscht sich die Hände, ißt seine Sabbatmahlzeil und verrichtet das Tischgebet. Hierauf legt er sich ruhig schlafen. Der Diener ist von fürchterlicher Angst geplagt und kann keine Ruhe finden. Der Heilige verbringt den Sabbat, als wäre er in seinem eigenen Hause. Sonntag früh befiehlt er seinem Diener, den Löwen als Reit- und Lasttier zu gebrauchen. Sie legen ihre Last auf den Löwen und der Rabbi mit seinem Diener reiten auf des Löwen Rücken, bis sie nach Tunis gelangen. Die Bewohner der Stadt waren nicht wenig erstaunt beim Anblicke dieser Wanderer. Sie sind von Schrecken erfüllt und schließen ihre Häuser. Der König selbst sieht den auf dem Löwen reitenden Rabbi und bittet ihn, Unheil zu verhüten. Der Rabbi beruhigt den König und entläßt den Löwen. Nach drei Tagen kamen die anderen Reisenden in Tunis an und freuen sich, ihren Genossen wiederzusehen. El-Fasi bleibt in Tunis, wo er auf Ansuchen der Gemeinde eine Schule gründet. Aron Peretz geht nach Gcrba und Simon Labia läßt sich in Tripolis nieder. Soweit die Erzählung, die mit der des Alnaqua mehrere Züge gemeinsam hat. Die Prediger des Mittelalters erzählen ähnliche Legenden im