Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 11 (November 1927)
- Article
- Die jüdische Kolonisation und die Wirtschaftslage der Juden in Rußland
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 671 (sequence 3)
- Language
- German
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I) I E ,1 Ü D I S <: H E K () L 0 N I S A T ION 671 9 Rast im Felde bei jüdischen Bauern in Dzygowka (Podolien) fache und vierfache Quantität Getreide wie vor dem Kriege bezahlen. Dies sind aber Schwierigkeiten, die nicht speziell die Überwanderer, sondern die russische Landwirtschaft im allgemeinen trelfen. Sie hemmen ihre weitere Entwicklung. Ein Kolonisationswerk soll aber nicht vom Standpunkte des heutigen Tages, sondern unter dem Gesichtspunkte seiner weiteren Entwicklung betrachtet werden, und man kann glauben, daß früher oder später bessere Bedingungen für die Entwicklung der russischen Landwirtschaft geschalfen werden. Der Weg dazu liegt in dem Abbau des innerlich unhaltbaren Systems des Kommunismus. Doch für eine fortschrittliche und wirtschaftlich richtig orientierte Landwirtschaft gibt es auch jetzt gewisse Möglichkeiten einer gedeihlichen Entwicklung. Der innere Markt ist im Wachsen begriffen. Es gibt landwirtschaftliche Erzeugnisse, die freier als Getreide gehandelt werden und für die man angemessene Preise zu erlangen vermag. Nach dem Untergang der fortschrittlichen Großwirtschaften gibt es auch Erzeugnisse, wie zum Beispiel verbessertes Saatgut, Käse. Wein usw., mit denen der Markt noch nicht genügend versorgt bleibt. Die Kolonisation wird im Süden mit der Absicht geführt, womöglich geschlossene Flächen jüdischer Siedlungen zu schafTen. Dabei schließen sich die neuen Siedlungen in der Ukraine eng an die alten an und bringen diese zu territorialer Konsolidierung. So werden im Süden von Rußland fünf mehr oder weniger geschlossene Zentren