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Menorah · 1927-11-01 · Heft 11 (November 1927) · p. Seite 659

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 11 (November 1927)
Article
David Royfe
Date
1927-11-01
Page
Seite 659 (sequence 11)
Language
German
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DAVID ROYFE 659 zeigte mir viele Pferde und Rinder, die ihr Eigentum waren, und nannte mich Vater. Michael hatte viel von uns in der Gemeinde und von unseren Sitten erzählt und sie brachte warmes Wasser und wusch mir die Füße. Dann kamen die beiden Schwestern mit einem Pferdegespann aus dem Walde und grüßten mich. Man brachte den Kleinen und ich nahm ihn auf, so wie unser großer Urvater Abraham es getan. Der Namen, den ich ihm gab, war der seines Vaters: Nachum. Und wir sprachen noch mancherlei, ich segnete die Gräber der Eltern und des Mannes und zu Mittag aß ich eine Henne, die ich mir selbst geschlachtet hatte. Nachdem das Tischgebet verrichtet war, forderte ich Rachel auf, mit mir hinauszukommen. Ich erzählte ihr von Simon, der bei uns im Brunnenloch in Angst schwebe, das Gericht könnte ihn fassen. Er sei ein starker und guter Mann, sie wäre trotz der Schwestern doch alleinstehend und die Bauern würden sie gewiß nicht in Ruhe lassen. Sie antwortete: „Höre, mein Vater: Was du willst, geschehe, sende Simon zu mir." Die Sonne rüstete sich zum Untergange, die Maultiere waren ausgeruht, da spannte ich, ohne daß die Weiber etwas wußten, die Tiere ein und ging Abschied nehmen. Sie wollten das Tor verriegeln, doch bat ich und sie ließen mich ziehen. Viele Geschenke, wie zwei trockene Kalbfelle, Käse und eine wollene Decke gab mir Rachel mit, auch Gerste für Futter. Ich segnete alle und ein taubstummer Knecht, der die Tiere hielt, zeigte mir einen Waldweg, steil abwärts führend, auf dem in einer Stunde das hölzerne Haus bei der Grenzsäule erreicht war. Dort beschloß ich zu bleiben, die Tiere nahm ich in das verfallene Haus und gab ihnen Decken, denn es war kalt des Nachts. Früh am Morgen gab ich den Tieren Futter und brachte Wasser von der Quelle, betete und aß ein wenig. Es ging jetzt meist bergab, die Maultiere spürten auch, daß sie nach Hause kämen. Am Abend hatten wir nach meinem Ermessen schon die Hälfte des Weges zurückgelegt, blieben am Rande eines kleinen Wäldchens über Nacht und am anderen Abend — die Tiere waren schon recht müde — waren wir wieder zu Hause. Alles schlief bereits im Dorfe; ich versorgte meine braven Maultiere und klopfte den Vorsteher aus dem Schlafe. Es gab in dieser Nacht drei Glückliche im Dorfe: das waren der Vorsteher, Simon und ich. Vielleicht hat Rachel auch im Traume an Simon gedacht und da gab es um eine Glückliche mehr. Am anderen Tage kaufte ich in einem Dorfe, zwei Stunden von uns, bei einem Schneider ein Gewand für Simon um ein Goldstück und nahm es zum Vorsteher. Als nun der Sabbat beendet war, nahmen wir Simon und wuschen ihn, zogen ihm

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