Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 11 (November 1927)
- Article
- David Royfe
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 655 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DAVID ROYFE 655 für ein Gewand und eine Mütze mit Glöcklein zu geben, auch ein Maultier für die Rückreise, und zwei Reiter mögen mich bis zur Hälfte des Weges begleiten. Ich schenkte dem Obersthofmeister zwei Goldstücke, weil er immer seine schützende Hand über mich gehalten hatte. Es war noch nicht der Tag angebrochen, da ritten wir, die zwei Reiter und ich, von dem Schlosse des Erzbischofs meiner Heimat zu. Wohlverwahrt hatte ich in einer Tasche einen Brief auf Pergament, darin die Heilung des hohen Herrn bestätigt war und ich dem Schutze der Behörden empfohlen wurde. Als wir die erste Nacht in einem Stall bei unseren Tieren übernachteten, stellte ich mich schlafend und hörte die beiden Soldaten beraten; ich vernahm, sie wollten mich morgen abends umbringen, um sich die restlichen Goldstücke anzueignen. Sie hatten schon alles für die Tat vorbereitet, doch er schläft und schlummert nicht, der Hüter Israels. Mittags des nächsten Tages kamen wir vor einem Wirtshaus vorüber, ich sagte, ich sei müde, es sei hier guter Wein zu haben. Ich hatte einige Silberlinge bei mir, die ich dem Wirt gab; und als die Reiter, vom Weine voll, auf dem Boden lagen, band ich mein Maultier los und schlug einen Weg ein, der abseits der Straße lag. Glücklich gelangte ich nach zwei Tagen nach Hause und zeigte dem Richter im oberen Dorfe den Schutzbrief; ich wußte, man wolle uns die Wiesen am Bache und die Äcker streitig machen, als hätten diese vor vielen Jahren nicht uns, sondern dem oberen Dorfe gehört. JVtichael der Bote ging fleißig zu unseren Gemeinden im Lande und wußte viel Neuigkeiten. Er brachte Grüße von meiner Tochter und