Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1927)
- Article
- Die Juden in Bulgarien einst und jetzt
- Date
- 1927-10-01
- Page
- Seite 609 (sequence 3)
- Language
- German
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DIE JUDEN IN BULGARIEN EINST UND JETZT 609 Synagoge in Widdin sehen Schulen erforderlichen Budgets aus. Der Pflege der hebräischen Sprache wird schon in den Kindergärten Aufmerksamkeit geschenkt. Um eine genügende Anzahl tüchtiger Lehrer und Lehrerinnen für die hebräische Sprache heranzubilden, wurden vom Zentralkonsistorium in Philippopel spezielle zweijährige Kurse eingerichtet. Die zionistische Bewegung, in deren Zeichen heute das gesamte Judentum Bulgariens steht, hat schon frühzeitig in Bulgarien Eingang gefunden. Es ist wenig bekannt, daß sich unter den ersten Anhängern Dr. Herzls auch bulgarische Juden befanden. Von Bulgarien aus verbreitete sich der zionistische Gedanke unter der sephardischen Juden - schalt, die anfangs dem zionistischen Gedanken teilnahmslos, ja ablehnend gegenüberstand. Daß die zionistische Bewegung heute in allen Balkanländern festen Fuß gefaßt hat, ist der Tätigkeit der jüdischen Agitatoren aus Bulgarien zu verdanken, welche mit unermüdlichem Eifer die Ideen Dr. Herzls unter den Spaniolen verbreiteten23). Bereits im Jahre 1894 hatten die bulgarischen Juden dem Rufe Dr. Pinskers Folge geleistet und gründeten unter dem Namen ,,Yischuw Erez Israel" zionistische Vereine in Widdin, Tatar-Pasardjik und Philippopel. Der bedeutendste Agitator, der sich um die Verbreitung des Chowewe- Zionismus in Bulgarien große Verdienste erworben hatte, war der