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Menorah · 1927-10-01 · Heft 10 (Oktober 1927) · p. 605

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 10 (Oktober 1927)
Article
Die jüdische Kolonisation und die Wirtschaftslage der Juden in Rußland
Date
1927-10-01
Page
605 (sequence 6)
Language
German
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Eine jüdische überwandererfamilie in der Steppe vor ihrer Erdhüfte und Großgrundbesitzer die ausschlaggebende Rolle. Sie bestellten ihre Felder mit Hilfe von Arbeitern, die jeden Frühling in Hunderttausenden aus den angrenzenden nördlicheren Gouvernements kamen. Die Revolution war nicht nur gegen die Großgrundbesitzungen, sondern auch gegen die Großbauern wirtschaften gerichtet, auch sie wurden zerstört. Dabei sind die Produktivkräfte aller Schichten der bäuerlichen Bevölkerung infolge des Bürgerkrieges, der Beschlagnahme aller Überschüsse und besonders infolge der schrecklichen Mißernte des Jahres 1921 stark zurückgegangen. Und so lagen Millionen Dessjatin Land in den Steppen brach. Das konnte der jüdischen Bevölkerung nicht verheimlicht bleiben. Laut der Agrargesetzgebung der Revolution hat jeder Bürger in den Gebieten, in denen es freies Land gibt, das Recht zu fordern, daß ihm ein Landanteil zur Arbeitsnutzung zugeteilt werde. Und so beginnt vom Jahre 1922 an, nachdem die kommunistische Regierung mit dem Bandenunwesen aufgeräumt hat, eine Wanderung von Hunderten und Hunderten jüdischer Familien nach den Steppen, um dort Landanteile zu erhalten und Wirtschaften aufzubauen. Die Übersiedler, die anfänglich eine sehr bescheidene und zufällige Unterstützung von außen erhielten, zeigten vom Anfang an eine ganz außerordentliche Ausdauer und Tatkraft. Das Gerücht, daß in den Steppen

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